Nur das Modulare ist für VW das Wahre
Die Kosten müssen runter, der Output muss rauf, der Ertrag muss stimmen. Jedes Unternehmen strebt das an, so auch der seit Jahrzehnten erfolgreiche Volkswagen-Verbund. Die Anforderungen, die die Zukunft an den Automobilbau stellt, werden allerdings nicht weniger: Bei Verbrauch und Emissionen ist Reduktion angesagt, beim Komfort und bei der Sicherheit steigen die Ansprüche – und bei der Leistung sollte zumindest kein Rückschritt erkennbar sein.
Der Volkswagen-Konzern nähert sich diesen Rahmenbedingungen mit mehreren so genannten Modularen Baukästen an: Eine zentrale Rolle nimmt der Modulare Querbaukasten (MQB) ein. Dabei geht es um künftige Fahrzeugreihen, marken- und segmentübergreifend, die zwar unterschiedliche Radstände und Karosserieaufbauten aufweisen können, jedoch einige Fixpunkte gemeinsam haben. Dazu gehört die Positionierung des Motors, der in diesem Fall quer eingebaut wird. Ein weiterer Fixpunkt ist der Abstand der Pedalerie zur Radmitte. Keine Probleme bereiten hingegen die Spurweite und die Länge der Fahrzeuge: Vom kleinen Polo bis zum Mittelklasse-Exponenten Passat ist der MQB anwendbar, erst recht auch beim Tiguan, beim Touran und beim Sharan.
Ein wesentlicher Bestandteil des MQB ist das neue Motorenportfolio. Neue Benzin- und Dieselaggregate kommen zum Einsatz, allesamt leichter und sparsamer als die noch im Einsatz befindlichen Triebwerke. Unter anderem ragt ein neuer 1,4-Liter-Turbobenziner aus den Neuentwicklungen heraus, der dank der modernen Zylinderabschaltung im Teillastbetrieb Kraftstoff einsparen kann. Die bisher schier unübersichtliche Vielfalt an Motor-/Getriebekombinationen soll der Vergangenheit angehören, nicht jedoch der Einbau von neuen Fahrerassistenzsystemen, darunter die Multikollisionsbremse, die die Sicherheit der Insassen bei Unfällen erhöht.
Dass Volkswagen viel Wert auf das Modulare legt, zeigt sich bei weiteren Änderungen: Die Fertigung folgt einem eigenen Prinzip, dem Modularen Produktionsbaukasten (MPB). Die Infotainmentsysteme, die sich mehr den Funktionen von Smartphones annähern, firmieren unter dem Kürzel MIB (Modularer Informationsbaukasten). Und die schon erwähnten Motoren laufen unter MDB und MOB. Erster modularer Nutznießer ist der Audi A3, der Anfang März auf dem Genfer Autosalon präsentiert wird. (hösch)



