01.04.2012
Automarkt

VW-Konzern holt auf und legt mächtig vor

Wo es Lücken gibt, füllt sie der Volkswagen-Konzern derzeit Zug um Zug auf. Wo er schon die Nummer eins ist, baut er diese Position weiter aus. Beispiele sind Audis Aufholjagd in der Hybridtechnik und die jüngsten Zahlen der Handelsorganisation Porsche Holding.

Beide stehen sie zwar offiziell unter der Fuchtel von Wolfsburg, doch beide handeln sehr eigenständig. Und fahren gut damit. Auf der einen Seite steht Audi, die Premiumtochter von Volkswagen mit Sitz im bayerischen Ingolstadt. Auf der anderen Seite, nicht unweit, steht die Porsche Holding mit Sitz in Salzburg, erst seit einem Jahr im VW-Konzern integriert.

Die Marke mit den vier Ringen hat in den vergangenen Jahren wenig falsch gemacht, legte Jahr um Jahr beim Fahrzeugangebot und beim Umsatz zu. Und überwies satte Gewinne nach Wolfsburg, selbst in Krisenzeiten. Doch nicht jeden Trend haben sie aufgeschnappt. Bei der Hybridtechnik stürmten Konkurrenten früher los und erarbeiteten sich eine Kernkompetenz. Audi hinkt hier hinterher, darüber kann der im vergangenen Jahr lancierte Hybrid-Q5 nicht hinwegtäuschen. Jetzt folgt der nächste Schritt: Im Juni kommt der A8 Hybrid auf den Markt, der im Prinzip mit derselben Technik wie der Q5 Hybrid funktioniert: Als Antrieb fungiert die Verknüpfung eines Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziners mit einem Elektromotor. Die Systemleistung beträgt 245 PS, das maximale Drehmoment beläuft sich auf 480 Newtonmeter. Allerdings: Während der Q5 Hybrid noch mit Allrad­technik verbaut ist, beschränkt sich der A8 Hybrid auf bloßen Frontantrieb. Dank hohem Anteil von leichtem Alu an der Karosserie soll der Luxus-Audi nur 6,3 Liter Benzin je 100 Kilometer benötigen. Dennoch ist der A8 Hybrid in der Lage, von null auf 100 km/h in 7,7 Sekunden zu beschleunigen. Mit ordentlicher Ausstattung bietet die Porsche Holding den Audi A8 Hybrid bei uns ab 87.500 Euro an.

Trotz allen Fortschritts: Ein echter Volumenträger dürfte das A8-Derivat nicht werden – da genügt schon der Vergleich mit dem ebenfalls neuen A6 Allroad, der auch nur ein Nischenprodukt ist und ab Mai ab 61.460 Euro erhältlich ist. Doch das zeigt die Strategie des VW-Konzerns: Nischen berücksichtigen und das Volumengeschäft nicht aus den Augen lassen.

Der Erfolg lässt sich in der Bilanz der Porsche Holding ablesen, die mit mehr als 21.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von über elf Milliarden Euro erzielt hat. Die dominante Handelsorganisation setzte auf ihren Märkten 484.621 Neuwagen und rund 141.000 Gebrauchtwagen ab. (hösch)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 01.04.2012
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