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Aktion gegen Botnet

Schlag gegen Zombie-PC-Netzwerk: „Bamital hat ins Gras gebissen“

Acht Millionen PCs wurden zu einem monströsen Zombie-PC-Netzwerk zusammengeschlossen. Den beiden Unternehmen Microsoft und Symantec gelang es nun, die Kontrollserver des so genannten Botnets lahm zu legen.

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Redmond – Microsoft und der IT-Sicherheitsspezialist Symantec haben ein gefährliches Botnet (ein Netzwerk aus infizierten Computern) lahmgelegt, das Nutzer von Suchmaschinen auf potenziell gefährliche Seiten umgeleitet haben soll.

In den vergangenen zwei Jahren seien mehr als acht Millionen Computer vom Trojaner „Bamital“ infiziert worden, berichtet Richard Domigues Boscovich von Microsoft in einem Blogeintrag. Betroffen seien mehrere Suchmaschinen und Browser gewesen, darunter auch Microsofts eigene Software. „Bamital hat ins Gras gebissen“, feiert auch Symantec in seinem Web-Blog den Erfolg.

Konkret erfolgte der Schlag gegen das Botnet über die Server, die „Bamital“ kontrollierten.

„Bamital“ habe Suchanfragen von Nutzern auf Websites umgeleitet, wo sie mit Schadsoftware infiziert werden konnten, berichtet Boscovich. So sei etwa die Suche nach „Nickelodeon“ auf eine Site umgeleitet worden, die Schad- und Spionagesoftware verbreitet habe, mit der die Nutzer ausgespäht werden konnten.

Sechste Aktion in drei Jahren

Die Lahmlegung des Botnets sei die sechste derartige Aktion in drei Jahren, die Microsoft im Rahmen seines Projekts Mars (Microsoft Active Response for Security) durchgeführt habe. Dazu hatte der Softwarekonzern zuvor am 31. Januar die Erlaubnis bei den US-Behörden eingeholt, die Aktivitäten des Botnets unter seine Kontrolle zu bringen. Am 6. Februar erfolgte dann der Zugriff auf die Server in Virginia und New Jersey.

„Bamital“ ist nur eines von vielen Botnets. Die Hintermänner verdienten rund eine Million Dollar jährlich mit dem Botnet. Suchanfragen wurden dazu auf Websites mit darauf platzierter Werbung umgeleitet. Dort löste „Bamital“ Mausklicks auf die Werbung aus, wodurch Anzeigenerlöse lukriert wurden. (tt.com, APA)

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