Für die Nudelsuppen-Gang hat‘s nicht gereicht
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Die Trackshittaz sind im Finale gescheitert. Zusätzlich hat sich auch noch Manuel Hoffelner am Knie verletzt.
Foto: Elke Roels (EBU)
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Von Christiane Fasching aus Baku
Baku – Es ist fünf Minuten nach zwölf - und zwar mitteleuropäischer Zeit - als ein Rollstuhl von der „Baku Crystal Hall“ Richtung Pressezentrum geschoben wird. Drinnen sitzt der sichtlich geknickte Manuel Hoffelner - und fasst sich an sein Knie, das während des alles entscheidenden Semifinal-Auftritts der Trackshittaz schlapp gemacht hat.
„Nach dem Dreher auf der Stange hat das Knie nicht mehr gehalten“, erzählt der angeschlagene Party-Indianer den österreichischen Journalisten, die vor Ort mitgefiebert haben. Mit den Bändern hatte der Mühlviertler schon länger Probleme, aber dass der „Worst-Case“ - so Hoffelner - just beim Live-Auftritt vor Millionenpublikum passieren muss, damit hatte keiner gerechnet.
„Oft rennt‘s halt nicht so, wie man‘s gerne hätte“, meint die ansonsten stillere Hälfte der Trackshittaz, die in der Nacht auf Mittwoch plötzlich im Fokus des Interesses steht. Und in der Stunde der Niederlage eh noch ganz gute Miene zum blöd gelaufenen Spiel macht.
„Was einen nicht umbringt, macht einen stärker“, lautet Hoffelners Devise. Ganz abnehmen will man ihm diesen Satz allerdings nicht. Zu kurz liegt das Scheitern zurück, zu groß waren die Erwartungen - vor allem jene, die sich die Burschen selbst gesetzt hatten.
Lukas Plöchl, ansonsten als frischfröhliche Trackshittaz-Plaudertasche bekannt, steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Verständlicherweise. Über Wochen haben die Mühlviertler an ihrem großen Auftritt gefeilt - und bis zuletzt davon geträumt, Österreich auch im Finale vom kommenden Samstag vertreten zu können.
Vergeblich. „Es war eine geile Show, wir haben alles gegeben“, meint er - mit einer gewissen Härte in seinen Gesichtszügen. Dass ihm das Scheitern weh tut, sieht man ihm an. „Aber ich sehe das auch als Bewährungsprobe, die uns vielleicht noch härter macht“, gibt sich der Traktorgangster tough. Und ist es wohl auch. Wenngleich es laut Plöchl schon „Aua macht“, dass das Kapitel Song Contest für die Nudelsuppen-Gang so rasch nun wieder vorbei ist.
Am Donnerstag wird Manuel Hoffelner Baku hinter sich lassen und Richtung Heimat zurückstarten. Lukas Plöchl bleibt noch bis zum Finale um Erfahrungen zu sammeln und die Niederlage zu verdauen. Neidisch auf jene zehn Nationen, die mehr Glück hatten als sie, sind die Oberösterreicher nicht. „Diese Show ist nun einmal unberechenbar“, sinniert Plöchl. Und will vorerst nicht an ein Eurovision-Comeback der Trackshittaz denken.
Es gibt schließlich noch eine Welt neben dem Liederstreit-Universum - und in diese wollen die beiden so schnell wie möglich wieder eintauchen. Hoffelner sobald sein Knieproblem geklärt ist, Plöchl sobald er ein bisschen durchgeschnauft hat. Von der Bildfläche verschwinden die beiden auf alle Fälle nicht. Plöchl: „Die Trackshitttaz haben noch viel vor. Und ich allein hab‘ auch so meine Pläne.“
Pläne für die Song-Contest-Zukunft schmiedet auch der ORF. Niederlage hin oder her - im nächsten Jahr will Österreich wieder beim größten Musikwettbewerb der Welt mitmischen, verrät ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm, der zum Semifinale extra nach Baku angereist ist.
„Es wäre ziemlich unsportlich wegen dieses Ausscheidens nicht mehr mitzumachen“, sagt Böhm - und lässt es sich nicht nehmen, die Trackshittaz zu loben. „Die Jungs haben ganz tolle Arbeit geleistet - der Song Contest haben eben seine ganz eigenen Gesetze.“ Schuldzuweisungen gibt‘s also keine. Naja, zumindest fast keine. Böhm: „Das österreichische Publikum wollte die Trackshittaz mit dieser Nummer in Baku sehen - das sollte man jetzt nicht vergessen.“
aktualisiert: Mi, 23.05.2012 15:35

