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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 04.01.2013

Der Sprung über den großen Teich

Hall – Die Tinte auf seinem Mozarteum-Abschlussdiplom war kaum trocken, da machte sich der Bassist und Cellist Simon Huber auf den Weg über den großen Teich. In der Showbiz-Metropole Los Angeles wollte der gebürtige Haller sein Glück versuchen. Eine Vorstellung, was ihn dort wirklich erwarten würde, habe er zwar nicht gehabt, gesteht er jetzt, knappe vier Jahre später, im Gespräch mit der TT, aber das „vage Gefühl, es unbedingt probieren zu müssen“.

Seine erste Unterkunft im Land der unbegrenzten Möglichkeiten war ein Zimmer, das ihm ein älteres Ehepaar zur Verfügung stellte. Von dort aus fuhr er täglich ins Zentrum von Los Angeles, um in Clubs und bei verschiedensten Bands vorzuspielen. „Eine Ochsentour, aber es ist die einzige Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen und Kontakte zu knüpfen. Kontakte sind das Um und Auf im Musikbusiness“, so Huber.

Nach einer sechsmonatigen Ausbildung am Musicians Institute – der Bedingung für seine Aufenthaltsgenehmigung – jobbte Huber als Cello-Lehrer an einer privaten Musikschule. Und dort machte er eine folgenschwere Bekanntschaft. Eines Tages stellte ihm die Besitzerin der Schule ihren Ehemann vor und der entpuppte sich als Musikproduzent, der gerade mit der legendären Rockband Lynyrd Skynyrd an einem neuen Album arbeitete. „Mit ihm ging ich ins Studio und habe an einigen Tracks für das Album gearbeitet“, so Huber. Mit den Bandmitgliedern selbst stand er zwar nicht im Studio, aber auf dem aktuellen Album der Band „Last Of A Dyin‘ Breed“ ist sein Cello zu hören.

In den kommenden Monaten erscheint auch das neue Album von The-Calling-Frontman Alex Band, bei dem Huber mitgewirkt hat. Mit Band steht der 32-Jährige auch regelmäßig auf der Bühne.

Aber nicht nur die Bühnen hat Simon Huber in den vergangenen Monaten erobert, sondern auch die TV-Studios. Er begleitete Nachwuchsmusiker in den Casting-Shows „The Voice“ und „X Factor“ und auch am Soundtrack der Daily Soap „Days of our lives“ hat er mitgearbeitet.

Am Sonntag, 6. Jänner, kehrt Simon Huber für einen Auftritt in seine Tiroler Heimat zurück. Zusammen mit Freunden und musikalischen Wegbegleitern steht er ab 21 Uhr auf der Bühne des Kulturlabors Stromboli. (jole)