Das „Funny Girl“ wird 70 Jahre
New York – „Heutzutage gilt ein Mann schon als Gentleman, wenn er die Zigarette aus dem Mund nimmt, bevor er eine Frau küsst“ ist eines der bekanntesten Zitate der Sängerin und Schauspielerin Barbra Streisand. Ungeachtet ihrer künstlerischen und kommerziellen Erfolge blieb die Powerfrau der amerikanischen Unterhaltungsindustrie nach eigenem Bekunden stets scheu. Sie leide immer wieder unter Lampenfieber, „dass es mir fast den Magen umdreht“, sagt sie.
Streisands Karriere begann in den 60er Jahren in Nachtclubs und Broadway-Revuen. In ärmlichen jüdisch-orthodoxen Verhältnissen im New Yorker Bezirk Brooklyn aufgewachsen, träumte sie schon früh von einer Gesangskarriere. Wegen ihrer auffallend großen Nase riet die Mutter angeblich von der Bühne ab. Andere verspotteten sie als hässliches Entlein. Doch ihr unerschütterlicher Wille brachte sie schneller ans Ziel als gedacht.
In einer Nebenrolle am Broadway ersang sich die junge Frau die Aufmerksamkeit der Produzenten. Ihre unverwechselbare, kräftige Stimme und ihr spröder Charme verhalfen ihr zur Hauptrolle im Broadway-Musical „Funny Girl“ und bald danach zum Aufstieg in Hollywood. Gleichzeitig stellte sich der Erfolg in der Musik ein. Schon für das erste Album erhielt Barbra Streisand 1963 einen Grammy.
Auch Hollywood-Größen wie Jennifer Aniston bewundern Streisand. Aniston hat sich in einer Ausgabe des US-Modemagazins Harper‘s Bazaar als Barbra Streisand in Szene gesetzt. In der Aufnahme stellte sie die Schauspielerin und Sängerin nach und ließ sich mit ähnlicher Frisur und Gestik fotografieren. „Die Aufnahmen haben mir großen Spaß gemacht“, erklärte die 41-Jährige. Doch Anistons Faszination mit ihrem Idol geht über das rein Äußerliche hinaus. „Ich will wie Barbra singen“, witzelte sie. Ein hochgestecktes Ziel, somewhere, someday ...
Mit Robert Redford als Liebespartner machte Streisand in „So wie wir waren“ Furore. Klassiker wurden auch „Hello Dolly“, „Nuts“, „Is was, Doc?“ und „Yentl“. 15 Jahre hatte die Jüdin Streisand mit den Studiobossen in Hollywood gekämpft, ehe sie die anrührende Geschichte des jüdischen Mädchens Yentl verfilmen konnte, das sich Anfang des letzten Jahrhunderts als Junge verkleidete, um eine Talmud-Schule besuchen zu können. Sie schrieb das Drehbuch, spielte die Hauptrolle, führte Regie und war obendrein die Produzentin.
Zuletzt war Streisand als durchgeknallte Ehefrau von Dustin Hoffman und Mutter von Ben Stiller in der Focker-Trilogie „Meine Braut, ihr Vater und ich“, „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ sowie „Meine Frau, unsere Kinder und ich“ zu sehen. Ende dieses Jahres soll sie mit einer Road-Trip-Comedy („My Mother‘s Curse“) als Mutter von Seth Rogen in die Kinos zurückkommen.
Zwischendurch verabschiedete sich die Streisand von der Bühne und dem Film, um neues Liebesglück zu genießen. 1998 hatte sie – gut 25 Jahre nach der gescheiterten Ehe mit Elliot Gould – den Schauspieler James Brolin geheiratet. 2006 kehrte sie auf die Bühne zurück und begeisterte Kritiker wie Fans erneut mit der Wärme ihrer Stimme. Dennoch ist ihr das eigene Zuhause am liebsten. Sie verbringe den Tag mühelos mit Zeitunglesen und der Dekoration ihres Heims, verriet sie in Interviews. (dpa)



