27.01.2012
News

Laute Rufe nach ORF-Reform

Generaldirektor-Posten soll abgeschafft, Stiftungsrat verkleinert werden.

Wien – Die ÖVP will in der Debatte über die von den ORF-Redakteuren geforderte Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einmal mehr die Position des Alleingeschäftsführers in Form des Generaldirektors abschaffen und an dessen Stelle einen mehrköpfigen Vorstand setzen. Das geht aus einem Antwortbrief von ÖVP-Klubchef und Mediensprecher Karlheinz Kopf an den ORF-Redakteursrat hervor.

Kopf will auch den Stiftungsrat zu einem Aufsichtsrat umfunktionieren. Dieser solle aus 15 Mitgliedern bestehen, nicht aus wie bisher 35. Die Mitglieder sollten „kompetente, unabhängige Persönlichkeiten mit Erfahrung aus der Medien- bzw. der Wirtschaftswelt sein und eine spezielle, zertifizierte Schulung für Aufsichtsräte absolviert haben“. Aufwerten will die ÖVP den Publikumsrat, der mehr Kompetenzen bekommen und zu einer Art „Rundfunkrat“ werden solle. Die dort tätigen Gremienmitglieder müssten außerdem „aus allen Teilen der Zivilgesellschaft kommen“.

Auch Grünen-Klubchefin Eva Glawischnig hat den Redakteuren geantwortet und ebenfalls eine Reform des Stiftungsrates verlangt.

Der ORF-Zentralbetriebsrat pocht ebenfalls auf eine Reform. Laut Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser fordere man ebenfalls eine Verkleinerung des ORF-Stiftungsrates. Allerdings seien Belegschaftsvertreter ausschließlich „aus den Reihen des Zentralbetriebsrates zu entsenden, andere rechtliche Grundlagen gibt es nicht“, so Moser in Richtung des Redakteursrates, der ebenfalls einen Sitz im obersten ORF-Gremium verlangt. (APA, TT)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 27.01.2012
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