„Wie man sieht, geht‘s auch mit C-Promis“
Von Christiane Fasching
Innsbruck – Seine buschigen Augenbrauen sind legendär, sein strenger Ton ist‘s auch. Hannes Nedbal gehört zu „Dancing Stars“ wie das böse Krokodil zum Kasperltheater. Wo wir auch schon bei einem der Spitznamen wären, die der Juror im Laufe seiner siebenjährigen TV-Präsenz verliehen bekommen hat. Zuletzt biss aber Nedbals neuer Kollege Balázs Ekker den Promis in die Wadeln – und zückte kaltblütig sein 1-Punkte-Taferl. Jenes von Nedbal ist indes nach wie vor jungfräulich. Und wird‘s auch bleiben. „So eine niedere Bewertung hat sich niemand verdient. Die Promis strengen sich schließlich an – und das muss gewürdigt werden. Deshalb hab‘ ich auch noch nie eine schlechtere Note als die 3 vergeben“, schlägt er im TT-Gespräch sanfte Töne an.
Und gibt zu, dass es ihm ganz recht ist, endlich von der Rolle des Juroren-Bösewichts entbunden zu sein. „Herrlich, dass ich aus der Schusslinie komme“, lacht Nedbal, der sich selbst allerdings nicht für gemein, sondern für gerecht hält. „Dancing Stars“ wiederum hält er für eine Show, der schön langsam die Kandidaten ausgehen. „Hand aufs Herz: Wen von den Kandidaten haben Sie vor dem Start der Staffel gekannt? Dolly Buster natürlich ausgenommen“, will er wissen. Und gibt höchstselbst die Antwort. „Ist ja logisch, dass Österreich irgendwann die echten Promis ausgehen. Aber wie man sieht, geht‘s auch mit C-Promis“, so Nedbal. Und wie es geht – die Quoten der ORF-Show sind gut wie schon lange nicht mehr. Das wiederum wundert Nedbal, der überzeugt ist, dass „Dancing Stars“ mit einem Ablaufdatum versehen ist. „Der ORF muss sich früher oder später die Frage stellen, wann er die Show aus dem Programm nimmt. Und da kommt‘s auf den richtigen Zeitpunkt an. Man muss schließlich aufhören, bevor keiner mehr zuschaut“, sinniert der Tanzprofi. Prognosen, wer die aktuelle Staffel gewinnen wird, lässt er sich übrigens nicht entlocken. „Ich würd‘ mich freuen, wenn der Sieg an jenen Promi geht, der tänzerisch die größte Entwicklung durchmacht – und dabei nicht auf die Showelemente vergisst“, hofft Nedbal. Die Rolle der Jury hält er dabei für nebensächlich. „Wir sind doch nur Dekoration“, lacht er.
Dass die Kandidaten trotz beinharten Trainings meist ein Lächeln auf den Lippen haben, liegt in Nedbals Augen an der euphorisierenden Kraft des Tanzens. „Tanzen macht einfach Spaß“, ist er überzeugt. Seine ersten Tanzschritte machten übrigens nur seinen Freunden Spaß. „In der Tanzschule wurde ich anfänglich gehänselt – meine Freunde haben sogar gemeint, dass aus mir nie ein Tänzer wird“, erinnert er sich. So kann man sich täuschen. Aber gibt‘s eigentlich auch Menschen, die wirklich nicht das Zeug fürs Parkett haben? Nedbal verneint: „Jeder kann tanzen. Man muss sich nur trauen. Und trainieren.“



