Niveau statt Remmidemmi
Wien – „Großes Programm mit einem kleinen Team“ – so beurteilt man im ORF die bisherigen Erfahrungen mit dem Informations- und Kulturspartenkanal ORF III. Donnerstagabend präsentierten ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und ORF-III-Geschäftsführer Peter Schöber im Radio-Kulturhaus die Programmvorhaben der nächsten Monate und zogen dabei auch eine Bilanz des bisherigen Senderangebots. „Es geht uns sehr gut. Das Sendeschema funktioniert und das Publikumsfeedback ist sehr, sehr gut“, so Senderchef Schöber im APA-Interview. Wrabetz hat mit dem Erfolg „gerechnet, weil es in Österreich ein fanatisches Kulturpublikum gibt“. Bis zum 1. Geburtstag im Herbst erwartet der ORF-Chef 500.000 Zuschauer täglich.
Montag Dokus, Dienstag Kultur, Mittwoch Religion und Wissenschaft, Donnerstag Europa, Freitag österreichischer Film, Samstag Zeitgeschichte und am Sonntag Bühnenerlebnisse mit Barbara Rett, dem kulturredaktionellen Aushängeschild und Gesicht des Senders. „Kein Remmidemmi, sondern Kultur und Information auf hohem Niveau“, so Schöber. Die Tagesreichweite des Senders betrage derzeit 350.000 bis 400.000 Zuseher. „Wir liegen in diesem Bereich in der Nähe von Arte. Das ist ein Erfolg, denn Arte besteht seit 30 Jahren und ist die Benchmark.“ Besonders gut funktioniert laut Schöber die Zeitgeschichte-Schiene am Samstag. Seherzahlen und Marktanteile seien letztlich aber nicht wirklich ein Kriterium für ORF III. „Die Quote ist für uns keine Messgröße, im Vordergrund steht die Qualität des Programms.“
Für die kommenden Monate plant ORF III neben den bereits eingeführten Formaten eine Reihe von neuen Programmschienen und -schwerpunkten. So mutiert der Spartenkanal im Sommer zum Festivalsender: Alle zehn Großproduktionen der Salzburger Festspiele sollen live oder zeitversetzt ausgestrahlt werden. Barbara Rett empfängt darüber hinaus die Festspielstars zu „Festspielgesprächen“ in einem täglichen „Kultur Heute spezial“. Schon davor haben die Zuseher die Möglichkeit, über das Opern-Programm am Sonntag via Internet abzustimmen und aus jeweils zwei Produktionen auszuwählen.
Von Mitte Juli bis Ende August präsentiert Schauspieler und Regisseur Karl Markovics eine Filmreihe zum österreichischen Autorenkino. Donnerstag und Freitag werden auf drei Sendeplätzen 21 österreichische Filme von Regisseuren wie Michael Haneke und Ulrich Seidl ausgestrahlt.
Im neuen „Science Talk“ aus Gugging wird ORF-Moderatorin Barbara Stöckl ab Mai vierzehntägig am Mittwoch mit Gesprächspartnern aus der Wissenschaft über die Welt der Forschung reden.
Und ab Herbst startet mit „Mein Almanca“ eine Sprachsendung der anderen Art. Ein TV-Deutschkurs für Austrotürken soll in zehn Folgen mit Ironie und Witz Lust auf die deutsche Sprache machen und interkulturelle Kompetenz vermitteln. (APA, TT)



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