Aus dem Nest gefallen
Von Ivona Jelcic
Innsbruck – Wie Trophäen hocken und hängen sie auf knorrigen Ästen, die direkt aus den Galeriewänden zu wachsen scheinen: Objekte zwischen Mensch, Tier und Ding, irgendwie Wildnis, eigentlich Alltag, der aber aus dem Nest des Vertrauten gefallen ist. Die Installationen der 1985 in der Ukraine geborenen, heute in Wien lebenden Nika Kupyrova sind aus Fundstücken, Gebrauchsgegenständen, ausrangiertem Spielzeug, zum Teil auch Polstern und Kleidungsstücken gemacht. „Erzählende Materialien“ sind das für die Künstlerin, aber sie haucht diesen „objets trouvés“ durch teilweise bizarre Arrangements und Kompositionen ganz andere als nur die herkömmlichen Geschichten, und auch eine ganz neue ästhetische Qualität ein.
Für die im artdepot gezeigte Serie namens „Head Hunter“ standen Erinnerungen an Figuren aus der slawischen Mythologie Pate – faszinierende, sich verändernde Mischwesen wie die Objekte Kupyrovas, die am Edinburgh College of Art eigentlich Malerei studiert hat, sich aber sehr bald für das räumliche Arbeiten zu interessieren begann.
Im artdepot zeigt sie mit der fünfteiligen Fotoserie „Fish Fingers“ noch eine weitere Seite: Porträts von Skulpturen, die allein für den Moment der Aufnahme entstanden und aus mit Klarsichtfolie umwickelten sowie mit Gebrauchsgegenständen kombinierten Plüschtieren gemacht sind, die ebenfalls an der Grenze zwischen Lebendigem und Leblosem, Unheimlichem und scheinbar Vertrautem operieren.



