Rondinone bringt antike Weisheit in Theseustempel
![]() Foto: APA (Schlager)/ROLAND SCHLAGER
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Der Schweizer Künstler Ugo Rondinone ist der erste, der nach dreijähriger Renovierungszeit die Räumlichkeiten des Theseustempels im Wiener Volksgarten bespielt. Ausgesucht dafür haben er und Kurator Jasper Sharp einen 1.300 Jahre alten Olivenbaum: Rondinone hat einen knapp fünf Meter hohen, ganz in Weiß gehaltenen Abguss eines Baumes aus Süditalien angefertigt.
Durch diese Form der Konservierung wirke der Baum „wie ein Zeitraffer, ein Zeitcontainer“, so Rondinone bei der Präsentation am heutigen Donnerstag gegenüber der APA. Die Arbeit des Schweizers mit dem Titel „wisdom? peace? blank? all of this?“ - für Rondinone „eine Beschreibung, was der Baum sein könnte“ - bildet den Auftakt für eine neue Ausstellungsreihe des Kunsthistorischen Museums (KHM), womit die Räumlichkeiten des Theseustempels ihre ursprüngliche Aufgabe wieder aufgenommen haben. Das zwischen 1819 und 1823 von Pietro Nobile errichtete Gebäude beherbergte einst Antonio Canovas „Theseus besiegt den Kentauren“, das 70 Jahre dort seinen Platz fand, bis die Skulptur Ende des 19. Jahrhunderts in den Stiegenaufgang des KHM wanderte.
Rondinones Arbeit ist bis zum 24. Juni täglich bei freiem Eintritt zu sehen, danach wird die Reihe mit dem belgischen Künstler Kris Martin (29. Juni bis 20. August) fortgesetzt. Am kommenden Montag ist Rondinone im Rahmen der Künstlergesprächsreihe im KHM zu Gast, am Tag darauf (24. April) eröffnet er in der Galerie Krobath die Ausstellung „the moth poem and the holy forest“, die bis Ende Juni zu sehen sein wird. „Beide Ausstellungen beschäftigen sich mit Abgüssen, weshalb es eine gute Kombination ist“, so der Künstler.
aktualisiert: Do, 19.04.2012 13:32


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