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Karton-Kathedrale in Christchurch nimmt Gestalt an

Das Fundament und erste Stahlrahmen für die überwiegend aus Kartonröhren gebaute Kathedrale sind bereits aufgerichtet.

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Christchurch - Fast zwei Jahre nach dem schweren Erdbeben in der zweitgrößten neuseeländischen Stadt Christchurch entsteht in der Innenstadt eine Karton-Kathedrale. Die Zahl der Schaulustigen wächst, seit das Fundament und die ersten Stahlrahmen aufgerichtet wurden, sagte Pfarrer Craig Dixon am Freitag. Nach der Weihnachtspause geht der Bau nächste Woche weiter. „Die Leute sind fasziniert, ihnen imponiert die Größe.“ Der Rahmen ist sechs Stockwerke hoch.

Die 130 Jahre alte anglikanische Kathedrale war bei dem schweren Beben im Februar 2011 schwer beschädigt worden. Bei dem Beben kamen 182 Menschen ums Leben. Die neue Kirche für 700 Gläubige wird überwiegend aus Kartonröhren gebaut und hat eine Lebensdauer von rund 50 Jahren. 64 bis zu 22 Meter lange Röhren mit einem Durchmesser von 83 Zentimetern sollen in den nächsten zwei Wochen installiert werden. Darauf kommt ein Kunststoffdach. Die Konstruktion ist flexibel und erdbebensicher. Die Kirche soll Anfang April fertig sein.

Architekt ist der Japaner Shigeru Ban, der bei der Expo 2000 in Hannover schon einen Pavillon aus Karton präsentierte. Er baut mit dem Billigmaterial aus Altpapier Konzerthallen und Museen, aber auch Häuser und Brücken nach Katastropheneinsätzen.

Die Kosten in Christchurch werden auf 5,8 Millionen neuseeländische Dollar (3,67 Millionen Euro) geschätzt, sagte Dixon. Etwa vier Millionen kommen von der Versicherung, der Rest wird mit Spenden aufgebracht. „Wir hoffen, dass die Karton-Kathedrale auch Touristen anziehen wird.“ Die Zahl der Besucher in Christchurch sei seit dem Beben und hunderten Nachbeben deutlich gefallen. (APA/dpa)

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