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Tiger Award an österreichischen Film „Soldate Jeannette“

Der österreichische Regisseur Daniel Hoesl hat mit seiner Punk-Parabel „Soldate Jeannette“ einen der drei Hauptpreise beim Filmfestival von Rotterdam gewonnen.

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Rotterdam – Der österreichische Film schwimmt weiter auf der Erfolgswelle: Wenige Wochen nach den Europäischen Filmpreisen und dem Golden Globe für Michael Hanekes „Amour“ (Liebe) und nur sechs Tage nach dem Max Ophüls Preis für „Der Glanz des Tages“ vom Regieduo Tizza Covi und Rainer Frimmel gewann Daniel Hoesl mit „Soldate Jeannette“ den ersten österreichischen Tiger Award seit 15 Jahren. Damals war Stefan Ruzowitzkys „Die Siebtelbauern“ beim Festival in Rotterdam prämiert worden.

Hoesl hat mit seiner Punk-Parabel „Soldate Jeannette“ einen der drei Hauptpreise beim Filmfestival von Rotterdam gewonnen. Eine Woche nach der Uraufführung beim Sundance Festival in Park City, wo dem Film von der Kritik bereits Rosen gestreut wurden, erhielt die Independent-Produktion am Freitagabend von der Jury in Rotterdam einen Tiger Award zugesprochen, wie das renommierte Festival am Samstag bekannt gab. Hervorgehoben wurden dabei „die starke Bildsprache und die visuelle Kraft“ des Films.

„Soldate Jeannette“ handelt von zwei Frauen, die sich mit ungewöhnlichen Mitteln aus den Zwängen ihres gesellschaftlichen Umfelds befreien. Der Film kostete nur 65.000 Euro, die Auszeichnung in Rotterdam für Hoesl ist mit 15.000 Euro dotiert. Die weiteren Hauptpreisträger sind Mira Fornay für „My Dog Killer“ (Slowakei/Tschechien) und Mohammad Shirvani für „Fat Shaker“ (Iran). Das Festival in der niederländischen Hafenstadt gilt neben den großen A-Festivals in Berlin, Cannes und Venedig als eine der wichtigsten Filmveranstaltungen Europas.

Österreich-Premiere bei der Diagonale

Im Gespräch mit der APA sagte Hoesl im Vorfeld der Festivals von Sundance und Rotterdam, dass er schon zufrieden sei, „dass wir den Film gemacht haben“. Der Regisseur, der u.a. für Ulrich Seidl arbeitet, und seine Mitstreiter - Kameramann Gerald Kerkletz, Produzentin Katharina Posch und Regieassistentin Eva Hausberger - konnten schließlich weder Schauspieler noch Schauplätze noch sich selbst oder die Crew adäquat bezahlen.

In kleineren Rollen sind bekannte Figuren wie der ehemalige Kunsthallenleiter Gerald Matt, der Künstler Thomas Draschan oder der Autor Josef Kleindienst zu sehen, in den Hauptrollen spielen Johanna Orsini-Rosenberg und Christina Reichsthaler. Der Film wird hierzulande erstmals im Rahmen der Diagonale, dem Festival des österreichischen Films in Graz, zu sehen sein und kurz darauf im Kino anlaufen. Als nächste Festivalstation steht bereits das internationale Filmfest in Göteborg fest. (APA/tt.com)

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