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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 08.02.2013

TT-Interview

Bruce Willis: außen hart, innen soft

Kommende Woche kehrt Bruce Willis mit dem fünften „Stirb langsam“-Teil in die Kinos zurück. Auf Promo-Tour in Deutschland erlaube er auch private Einblicke.

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Berlin –Bei der Berlinale ist Bruce Willis heuer nicht eingeladen. In Berlin ist der Hollywoodstar trotzdem um für seinen neuen Film „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ die Werbetrommel zu rühren. Am 14. Februar kommt der Action-Kracher, in dem Willis zum fünften Mal die Rolle des Cops John McClane spielt, auch in die österreichischen Kinos.

Mister Willis, vor kurzem nannte Sie Ihre Ehefrau Emma Hemings-Willis öffentlich einen „Softie“.Wie gefällt Ihnen das?

Bruce Willis: Ha! Das hat sie gesagt? Aber ja, natürlich bin ich ein Softie. Ich kann mich daheim doch nicht aufführen wie in diesen „Stirb langsam“-Filmen. Ich muss außerdem feststellen: Ich habe großes Glück, eine so tolle Ehefrau zu haben. Und auf Deutsch: Verstehst du mich? War das eine gute Antwort?

Und was macht der Softie zu Hause. Kocht er auch?

Willis: Natürlich. Wir teilen uns immer ein, wer Frühstück, Mittag- oder Abendessen macht. Ich bin der „Breakfast Guy“. Die Familie ist sehr zufrieden mit meinen Kochkünsten. Meine Spezialität sind Vollkorn-Palatschinken.

In Ihrem neuen Film „Stirb langsam 5“ werden so viele Autos demoliert wurden wie nie zuvor, und selten hat man eine solche Menge an gefährlichen Stuntszenen gesehen.

Willis: Für diese Profis war nichts zu gefährlich. Das ist der Vorteil der „Stirb langsam“-Serie: Sie hat einen solchen Ruf, dass sich die besten Stuntleute der Welt darum reißen, dabei zu sein.

Einer der Schurken ist mit Sebastian Koch ein Deutscher, der allerdings einen Russen verkörpert. Kannten Sie ihn schon vorher?

Willis: Natürlich, von den vielen Gerüchten und Skandalen... Nein, das ist natürlich ein Scherz.

Koch nannte Sie als John McClane eine „Marke“. Er meinte diese Rolle sei für Sie eine Art zweite Haut.

Willis: Mag sein. Es passiert mir oft, dass mich Leute auf der Straße aufhalten und ein „Foto mit John McClane“ wollen.

Im fünften Teil haben Sie einen Sohn. Wessen Idee war das?

Willis: Meine. Sein gefährliches Leben hat dazu geführt, dass John kein normales Familienleben mehr führen kann. Da habe ich angeregt, eine Vater-Sohn-Beziehung reinzunehmen. Und so haben die Autoren zu schreiben begonnen.

Das Vater-Sohn-Verhältnis ist anfangs distanziert.Ihr Filmsohn Jack (Jai Courtney) nennt Sie John und nicht Daddy. Und Ihre eigenen Kinder?

Willis: Dürfen weder John noch Brucie zu mir sagen. Alle vier Töchter sind sehr stark, ich habe ihnen beigebracht, immer eine Meinung zu haben und sie zu sagen. Was ich besonders an ihnen mag: Sie bringen mich dauernd zum Lachen.

Filmemachen heißt Geschichten erzählen. Sind sie privat auch ein guter Geschichtenerzähler?

Willis: Manchmal. Aber oft bremsen mich meine Töchter ein und erklären: „Dad, du redest zu viel!“

Eine Zeitlang haben Sie sich, mit eigener Band, auch als Sänger versucht. Tun Sie das noch heute?

Willis: Nein. Ich habe entschieden: Lass jene singen, die es wirklich können! Ich singe nur noch zu Hause. Ich könnte natürlich hier und jetzt für Sie ein Lied anstimmen. Doch diese Pein will ich Ihnen ersparen.

Es ist jetzt 25 Jahre her, dass Sie John McClane zum ersten Mal gespielt haben. Es war ein Start mit Hindernissen, weil Sie damals in der Serie „Das Model und der Schnüffler“ mit Cybill Shepherd im Dauereinsatz waren. Wie kamen Sie dann doch zum „Stirb langsam“-Ersteinsatz?

Willis: Ein Glücksfall. Cybill wurde schwanger, man unterbrach die Serie für elf Wochen und ich war auf einmal frei.

In all den Jahren spielten Sie unendlich viele Action-Szenen. War es jemals gefährlich?

Willis: Früher machte ich mehr Stunts selbst als heute. Wirklich gefährlich wurde es ein einziges Mal, das war in einem Film mit Samuel L. Jackson. Wir mussten laufen, ich hatte nur ein leichtes T-Shirt an, hinter uns sollte eine Explosion stattfinden. Es stellte sich heraus, dass die Explosion zu nahe war. Ich wurde durch die Luft geschleudert und hatte Glück, dass mir nicht etwas ganz Schlimmes passierte.

Könnten Sie sich mit dem Gedanken anfreunden, dass John McClane im nächsten „Stirb langsam“-Abenteuer stirbt?

Willis: Ich werde mich nicht darum bewerben. Noch fühle ich mich sehr fit. Mein einziger Gedanke ist, es noch spannender und verrückter zu machen.

In Teil fünf gibt es so viel Action. Wie ist das zu übertreffen?

Willis: Vielleicht, indem wir das Schauspielern ganz weglassen...

Das Gespräch für die TT führte Ludwig Heinrich

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