Das Herz auf der Zunge und die Volksmusik im Blut
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Die Mayrhofner mit Erwin Aschenwald (l.) spielen ab Freitag in der ErlebnisSennerei. Etliche Fans reisten bereits Ende voriger Woche an.Foto: Christoph Ascher
Foto: REDAKTION
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Programm – Hooo-Ruck-Fest 2011
Donnerstag, 29.09., 13 Uhr: Berggottesdienst am Ahorn beim Ahornsee mit Diakon Theo Srienz und musikalischer Umrahmung durch Erwin Aschenwald.
Freitag, 30.09., 20.30 Uhr: Hooo-Ruck-Party in der ErlebnisSennerei mit: Die Mayrhofner, Die Jungen Zillertaler, Gregor Avsenik & Saso Avsenik und ihre Oberkrainer, Ursprung Buam.
Samstag, 01.10., 19.30 Uhr: Hooo-Ruck-Konzert mit: Die Mayrhofner. Vorprogramm: Die Jungen Paldauer, Zellberg Buam. After-Show-Party: Die Jungen Paldauer.
Sonntag, 02.10., 10.00 Uhr: Hooo-Ruck-Frühschoppen mit: Die Mayrhofner, Zillertaler Bergcasanovas, Die Jungen Paldauer, Trio Alpin, Markus Wolfahrt von den Klostertalern.
Von Angela Dähling
Mayrhofen – Reges Treiben herrscht derzeit im Büro der Mayrhofner. Bandboss Erwin Aschenwald und seine Frau Uschi treffen in dem kleinen Kellerraum in der Tuxer Straße, dessen Holzwände mit Goldenen Schallplatten, zig Tonträgern der Mayrhofner, Fotos und anderen Fangeschenken gepflastert sind, die letzten Vorbereitungen für das Hooo-Ruck-Fest 2011.
Heuer mischt sich ein wenig Melancholie in die Vorfreude. Denn vor wenigen Tagen erst musste Erwin Aschenwald seinen Vater Josef 89-jährig zu Grabe tragen. „Er war halb gelähmt und wir haben ihn mit meiner Mutter, die 65 Jahre an seiner Seite war, zweieinhalb Jahre gepflegt – das war die schönste und ehrwürdigste Zeit meines Lebens“, sagt der Musikant. Der Vater, der zwei autobiografische Bücher veröffentlicht hat, inspirierte ihn dazu, nun auch selbst mit dem Schreiben an einer authentischen Erzählung über sein Leben zu beginnen. „Mit allen meinen Fehlern und Schandtaten“, fügt Aschenwald augenzwinkernd an. „Hooo-Ruck in den Bergen – ein Hüterbub fährt um die Welt“ lautet der Arbeitstitel.
Der 57-Jährige, der seit 38 Jahren im Musikgeschäft ist, hat einiges erlebt und erreicht. An die 40 Tonträger nahm er auf, schrieb Lieder für Hansi Hinterseer, Andy Borg, Marc Pircher, Ursprung Buam u. v. m. und kann auf fast 500 TV-Auftritte zurückblicken.
Aufgewachsen ohne Radio im Stilluptal, prägte ihn die echte Volksmusik, die er auf Kirchtagen hörte. Die Beatles waren ihm fremd. „Die Art von Musik habe ich deshalb nicht verstanden“, sagt der gelernte Tischler, der das Herz oft auf der Zunge trägt. „Was vielleicht nicht immer richtig ist“, räumt der Vater von fünf Kindern, die ebenfalls eine musikalische Karriere gestartet haben, ein. „Aber ich war nie ein cleverer Geschäftsmann oder Taktiker, sondern Musikant. Ein emotionaler und ungeduldiger noch dazu“, sagt er. Und ein authentischer, der sich so seine Gedanken über das Leben macht. „Die Menschen sind heutzutage gebildeter, aber der Hausverstand geht irgendwie verloren“, bedauert er.
Pessimistisch ist er deshalb nicht. „Ich möchte die Menschen mit meiner Musik fröhlich stimmen. Bei der Musik entscheidet nicht die Bildung, sondern das Gefühl“, betont Aschenwald, der musizieren will, solange ihn die Leute hören möchten. „Udo Jürgens ist 20 Jahre älter und macht es vor.“



