19.01.2012
Tirol

Kleine Fluchten in die Kunst

Innsbruck – Nicht nur als internationale Zusammenkunft von jungen Athleten tun sich derzeit in Innsbruck die Olympischen Jugend-Winterspiele hervor. Sie bringen auch Kunststudentinnen und -studenten aus aller Welt nach Tirol, und zwar in Form von Beiträgen zu Georgia Creimers Kunst-am-Bau-Projekt „Intimate Space“ im dritten Olympischen Dorf. Diese temporäre Heimstatt der YOG-Athleten ist sowohl Ort der Begegnung als auch des Rückzugs und der Erholung – vor oder nach dem sportlichen Wettkampf. Vor diesem gedanklichen Hintergrund lud Creimer junge Kunstschaffende ein, ihr ihre Ideen vom „Intimate Space“ in Form von Fotos und Texten zu schicken. 42 ausgewählte beiträge ließ Creimer auf monochrom eingefärbte, geschoßhohe Glastafeln drucken, die in den Treppenhäusern der O-3-Gebäude installiert wurden. Zum Projekt ist jetzt auch ein Buch erschienen, das einen schönen Einblick in die vielfältige Auseinandersetzung mit Privatheit, Zugehörigkeit, Heimat oder auch Sehnsuchtsorten gibt. Ein Zelt über den Dächern von Amsterdam, das Tischtuch der Großmutter, die leere Ecke eines Raums oder auch das „Stricken als eine öffentliche Zurschaustellung von privatem Interesse“ gehören dazu.

Buchpräsentation morgen, Freitag, 18 Uhr, bei Thoman modern, Maria-Theresienstraße 34, Innsbruck. (jel)

Georgia Creimer und Martin Stenger (Hg.), Intimate Space. Schlebrügge.Editor, Wien 2011, 116 Seiten, 24 Euro.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 19.01.2012
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