Baustellen-Lärm im Kulturvulkan
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Bis Mitte März herrscht im Obergeschoß des Kulturlabors Stromboli Baustellen-Atmosphäre. Geschäftsführerin Julia Mumelter sieht nach dem Rechten.Foto: Murauer
Foto: TT / Thomas MURAUER
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Hall – Im Obergeschoß des Kulturlabors Stromboli sieht‘s aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Dort, wo bis vor Kurzem die Büroräumlichkeiten, der Backstage-Bereich für Künstler und das Archiv untergebracht waren, stapeln sich nun Tapetenreste, Bretterhaufen und Bauschutt. Mittendrin im Chaos steht Geschäftsführerin Julia Mumelter – und lächelt. Das augenscheinliche Desaster ist nämlich nicht nur geplant, sondern steht schon lange ganz oben auf der Wunschliste des Kulturvulkans. „Die Umbau- und Sanierungsarbeiten sind seit Jahren überfällig. Dass sie jetzt endlich über die Bühne gehen, freut uns natürlich gewaltig“, so Mumelter. Bis März soll das Obergeschoß dann also in neuem Glanz erscheinen und mit neuer Raumaufteilung den Laborcharakter des Hauses unterstreichen.
Geplant sind nämlich – zusätzlich zu den bisherigen Räumlichkeiten – auch zwei neue Werkräume, die für Workshops, Diskussionen oder projektbezogene Ausstellungen genutzt werden sollen. Mumelter: „Das wird eine tolle Kreativ-Basis zum Werkeln und Laborieren.“ Geleitet wird der Umbau von Gerhard Blasisker, dem architektonischen Wegbegleiter des Stromboli, der Mitte der 1990er Jahre die Grundsteine für die Haller Kulturoase legte. An die 100.000 Euro kostet der Aufputz, getragen werden die Kosten von der Stadt Hall und vom Land Tirol, der Bund steuert einen Zuschuss für neue Möbel bei. Während im Obergeschoß organisiertes Chaos herrscht, geht ebenerdig der Kulturbetrieb wie gewohnt weiter. Zumindest fast. Das für März geplante „tRaumfrau“-Projekt fällt heuer nämlich etwas kleiner aus. „Die Vorbereitungszeit hätte nicht ausgereicht“, erklärt Mumelter – verweist aber darauf, dass der feministische Schwerpunkt 2013 wieder in gewohnter Bandbreite ausgeführt wird.
Indes hat am Freitag mit der offenen Jam-Session „frei:play sound.date“ ein Stromboli-Novum Premiere gefeiert. Ab sofort wird jeder dritte Freitag im Monat dazu genutzt, der jungen Szene Bühne und Spielraum zu bieten. Dabei wird eng mit dem Jazz-Konservatorium zusammengearbeitet, das auch immer eine fixe Band in die Session schickt.
An neuen Signalen wird also nicht gespart – in finanzieller Hinsicht muss aber aufs Geld geschaut werden. Die Subventionen von Stadt, Land und Bund belaufen sich fürs Jahr 2012 auf knapp 100.000 Euro und sind damit konstant geblieben. „Die laufenden Kosten steigen allerdings ständig“, so Mumelter. Und verweist auf die Verwaltungsabgaben, die neuerdings an die Stadtwerke zu entrichten sind und das Kulturlabor knapp 3000 Euro pro Jahr kosten. Eine Summe, die man lieber in Kultur investieren würde. Gespräche mit der Stadt sind im Gange. (fach)



