26.01.2012
Innsbruck

Museale Signale für Aug‘ und Ohr

Die Landesmuseen wollen 2012 zum Schauen und Hören animieren. Die Sommerausstellung zeigt Landschaften der Neuen Sachlichkeit.
„Landschaft zwischen Bedrohung & Idylle“, u. a. von Rudolf Wacker, zeigt das Ferdinandeum im Sommer.Foto: Galerie Maier
Foto: Galerie Maier
   

Innsbruck – Mindestens ebenso große Brocken wie im Ausstellungsgeschehen stehen in den Tiroler Landesmuseen 2012 hinter den Kulissen an: allen voran das neue Zentraldepot, mit dessen Errichtung auch die räumlichen Voraussetzungen für weitere Projekte, unter anderem die Eingliederung der Sammlung Klocker ins Ferdinandeum, geschaffen werden können. Eine Projektgruppe sei mit den Planungen betraut, „die Entscheidungen müssen in diesem Jahr fallen“, sagte Museumschef Wolfgang Meighörner im Rahmen der Jahrespressekonferenz, bei der im Fokus stand, was sich in den Landesmuseen 2012 auch für die Besucher sichtbar tun wird: Acht Sonderausstellungen in fünf Häusern sind geplant, gearbeitet wird viel mit eigenen Beständen, aber auch darüber hinaus: etwa bei der großen Sommerausstellung „Blickwechsel. Landschaft zwischen Bedrohung & Idylle“, die sich jenen Künstlern der 1920er Jahre widmet, die die „Brüche in der Welt aufgezeigt haben“, so Kurator Günther Dankl. Von der magisch-phantastischen Sicht eines Franz Radziwill oder Franz Sedlacek und der sachlich-kritischen eines Rudolf Wacker soll der Bogen bis zu Künstlern wie Max Peintner und Anton Lehmden gespannt werden. Eine Retro­spektive widmet das Ferdinandeum dem in Berlin lebenden Bergmaler Nino Malfatti, vorgestellt wird auch der in Wien lebende Tiroler Georg Salner. Mit „Waffen für die Götter“ wird es außerdem eine archäologische Schau geben.

Das „Hören“ steht sowohl im Zeughaus als auch im Volkskunstmuseum im Zentrum, allerdings auf unterschiedliche Weise: Wie im späten 19. Jahrhundert Melodien ohne Strom und Batterien durch Geräte wiedergegeben werden konnten, zeigt das Zeughaus ab Anfang Mai anhand der Sammlung des Film- und Musikproduzenten Louis Holzer, die 2010 vom Museumsverein angekauft wurde. Im Volkskunstmuseum soll unter dem Titel „Ton um Ton“ die „kulturgeschichtliche Dimension von Signaltönen“ ausgelotet werden, was vom „Waldtuter“ geradewegs zum Handyklingelton führt. Auf den Ende 2012 in Innsbruck stattfindenden Weltkrippenkongress reagiert das Volkskunstmuseum schließlich mit der Schau „Friede auf Erden?“, die mit Blick auf Weihnachten das Verhältnis zwischen Konsum und Besinnung thematisieren will.

Zu hören gibt es auch sonst einiges: „Die Konzerte sind die Ausstellungen der Musiksammlungen“, sagt deren Kustos Franz Gratl und verweist etwa auf den Tiroler Komponisten Johann Rufinatscha, dessen 200. Geburtstag 2012 mit einem länderübergreifenden Programm in Innsbruck und Südtirol gedacht wird.

Im Tirol Panorama erfährt man ab April im Rahmen einer Sonderschau Näheres „Aus dem Leben eines Kaiserjägeroffiziers“. (jel)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 26.01.2012
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