„Schlag ins Gesicht der Jury und der TKI“
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Oliver Resslers Plakatentwurf „Wahlen sind Betrug“.Foto: Oliver Ressler
Foto: oliver ressler
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Innsbruck – „TKI open – kein Thema mehr?“, fragen sich die Tiroler Kulturinitiativen (TKI), Interessenvertretung der freien Kulturinitiativen in Tirol, angesichts der jüngsten Vorkommnisse um die Ablehnung von Kulturprojekten durch das Land. Die Förderschiene TKI open müsse angesichts der „politisch motivierten Einflussnahme“ jetzt „ernsthaft in Frage gestellt werden“, heißt es in einer Aussendung der TKI.
Wie die TT berichtete, zeigt sich die Kulturabteilung des Landes nun doch gewillt, das Projekt „Alpenländische Studien“ zum Umgang mit der NS-Vergangenheit in Tirol zu fördern, jedoch nicht im Rahmen der TKI open. Der auf den „öffentlichen Druck der letzten Wochen“ zurückzuführende „Meinungsumschwung“ des Landes sei zwar „erfreulich“, kommentieren das die TKI. „Unerhört“ bleibt für sie aber die „Vorgehensweise des Landes. Sich zuerst über die Entscheidung einer ExpertInnen-Jury hinwegzusetzen und damit ihre Kompetenz in Frage zu stellen, um letztlich eines der Projekte an TKI open vorbei zu fördern, ist ein Schlag ins Gesicht der Jury und der TKI.“ Das Vorgehen des Landes zeige, „wie schlecht es um die Etablierung von Mindeststandards einer demokratischen, transparenten Kulturförderung in Tirol bestellt ist“.
Mit dem „halben Einlenken von Kulturlandesrätin Palfrader“ nicht zufriedengeben wollen sich die Grünen: „Auch selektive Kultur-Zensur bleibt Zensur“, betont der Landtagsabgeordnete Gebi Mair und spielt damit auf das Festhalten an der Ablehnung von Oliver Resslers Plakataktion „Wahlen sind Betrug“ an, dessen mangelnde regionale Verankerung bemängelt wurde. „Zudem wird es nicht als Aufgabe der Kulturförderung gesehen, die Verbreitung einer Aussage, die in Wahlen als wesentlichem Element der Demokratie einen Betrug sieht, mittels einer Plakataktion zu fördern“, hatte es dazu in der Begründung von Kulturlandesrätin Beate Palfrader geheißen. Mair will nun über eine Landtagsanfrage u. a. erfragen, „an wie vielen Entscheidungen der Kulturpolitik Jurys beteiligt sind“ und „in wie vielen Fällen die Zensur der Landesregierung zugeschlagen hat“. (jel)



