Wenn die Jugend schon verschwendet ist
Wörgl – Dürfen eigentlich auch die Jungen „Pop für Erwachsene“ hören? Eine Frage, mit der sich der Wörgler Verein Spur schon des Öfteren konfrontiert sah, seit er eine ziemlich spannende Konzertschiene unter diesem Titel laufen lässt. Die Antwort lautet: Die Jungen dürfen selbstverständlich. Solange sie sich auch für das Gebotene interessieren. Mit dem durchaus augenzwinkernd gemeinten Etikett „Pop für Erwachsene“ markiert man in Wörgl Musik abseits des Mainstreams und auf möglichst hohem Niveau.
Man könnte das aber auch anders formulieren: In Anlehnung an Jürgen Teipels Buch „Verschwende deine Jugend“, in dem der Autor durch die zu Papier gebrachten Erinnerungen an die Anfänge der deutschen Punk- und New-Wave-Szene in den 1970er Jahren auch die Entstehung der Jugendkultur an sich beleuchtet, habe man die Idee geboren, Musik für „nach der Verschwendung der Jugend“ nach Wörgl zu holen, sagt Günther Moschig vom Verein Spur. Denn die Zeiten, und damit auch die Szene, haben sich verändert: „Popmusik, die ja in den Ursprüngen immer Teil einer Jugendbewegung war, wird heute längst nicht mehr nur als Jugendkultur wahrgenommen“, so Moschig. Soll heißen: Da dürfen längst auch ältere Semester ganz ernsthaft Interesse bekunden. Was in Wörgl auch passiert.
„Pop für Erwachsene“ geht im alten Astnersaal des Hotels Alte Post über die Bühne und widmet sich in diesem Jahr unter dem Titel „Nordlicht“ schwerpunktmäßig der skandinavischen Szene, die diesbezüglich einiges hergibt. Unter anderem mit der norwegischen Band Washington, die sich neuerdings Mount Washington nennt und mit der Namensänderung auch ein wenig an der stilistischen Haltung geschraubt hat. Wie sich das anhört, wird sich am 3. März zeigen, fortgesetzt wird die Konzertreihe dann im Herbst u. a. mit Al deLoner, 22 Pistepirkko und auch einem Vertreter der lebendigen österreichischen Pop-Szene: dem oberösterreichischen Songwriter Bernhard Eder. (jel)


Startschuss für neuen Landtag

