12.04.2012
Bühne

Orgelklangwolke und neues Fest

Innsbrucker Konzertreigen und ein Schwerpunkt für exzellente Haller Organisten.

Innsbruck – Mit der Auflösung der Innsbrucker Orgelwoche, dem Schweigen wesentlicher in Restaurierung befindlicher Instrumente und weiteren Defiziten sind Orgelkonzerte allmählich aus dem Gespräch gekommen. Das ändert sich seit einigen Jahren, die Szene ist im Aufbruch. Und wächst weiter. In Hall ruft Gerhard Crepaz vom 27. bis 29. Juli 2012 das erste „ORGEL.FEST“ aus. Es soll sich auch künftig drei bis fünf Tage lang um Johann­ Sebastian Bachs Todestag (28. Juli 1750) und das Fest des hl. Ignatius v. Loyola († 31. Juli 1556) ranken, dessen Jesuiten Hall und Tirol im Geiste der Gegenreformation geprägt haben. Sinn der neuen Initiative ist es einerseits, „die besondere Qualität der in Hall bestehenden Organisten mit internationaler Geltung auch in ihrer Heimat zur Geltung zu bringen (Michael­ Schöch, ARD-Preis 2011 – Hannes Christian Hadwiger, Kirchenmusiker an der Pfarrkirche – Michel König, Konzerte auch in den USA und Afrika – Albert Knapp, Organist Telfs, ursprünglich aus Gnadenwald), andererseits der Orgel und ihrer vielfältigen Musik mehr Hörer und begeistertes Publikum zu verschaffen.“ Das ORGEL.FEST umfasst heuer die Ortschaften der Region Hall, Absam, Mils, Thaur, Gnadenwald, im Zentrum stehen vier große Konzerte und ein Gottesdienst. Dafür gewonnen wurde u. a. der Tiroler Dirigent und Geiger Oswald Sallaberger mit dem Stuttgarter Kammerorchester. Das detaillierte Programm wird in einigen Wochen bekannt gegeben.

Das Kulturreferat der Orgelstadt Innsbruck veröffentlicht das Heft mit dem Orgelprogramm 2012. Aufgenommen sind hauptsächlich die zyklischen Orgelreihen. Die meisten Veranstaltungen sind frei oder bei freiwilligen Spenden zugänglich, die Eintrittspreise mit 4,50 bis 8 Euro­ extrem niedrig. Innsbrucks bzw. Tirols professionelle Organisten präsentieren sich in bestem Licht, Orgelstudenten bekommen ihre Chance (20 Minuten Orgelmusik in der Georgskapelle), Orgelführungen finden Interessenten und natürlich kommen auch internationale Stars. Stift Wilten präsentiert im Mai Jörg-Andreas Bötticher (Basel), Gordon Murray (Wien) und Jan Willem Jansen (Toulouse). „Internationale Meisterorganisten“ verheißt auch die Juni-Reihe im Dom zu St. Jakob mit Paolo Crivellaro (Berlin), Andreas Liebig (Winterthur), Zuzana Ferjencikova (Wien), Karl Maureen (München), Frank van Wijk (Alkmaar) und Jean-Pierre Lecaudey (Avignon), im September kommt noch Matthias Giesen (St. Florian). Die kostbare Ebert-Orgel wird bespielt, die Pfarrkirche Mariahilf ist ein bekanntes Orgelzentrum und in der Pfarrkirche Igls gibt es die Sommerkonzerte seit vielen Jahrzehnten. (u.st.)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 12.04.2012
sperrstunde

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