Das klingende Gebäude
Innsbruck – Wenn morgen Dienstag gegen 18 Uhr Barocktrompetenklänge die Paul-Hofhaimer-Gasse erfüllen, heißt das: Das Konservatorium feiert. Am 16. April 1912 hat Erzherzog Eugen das neue Musikvereinsgebäude, das heutige Tiroler Landeskonservatorium, feierlich eingeweiht. Das inzwischen ehrwürdige Haus wurde ersehnt wie heute das Haus der Musik.
Der Innsbrucker Musikverein ist 1818 gegründet worden, bis zum Einzug ins eigene Haus musste aber fast 100 Jahre gewartet werden. Um 1900 waren die Unterrichtsräume über die Stadt verteilt, es kam naturgemäß zu zahlreichen Übersiedlungen und Engpässen. Als der damals 26-jährige Josef Pembaur 1874 den Musikverein übernahm, begann die Musikschülerzahl kontinuierlich anzusteigen, und die räumliche Not wurde immer untragbarer. Die finanzielle Lage des Vereins war schlecht, da nicht auf Profit ausgerichtet gearbeitet wurde. Zahlreiche Ansuchen um Unterstützung und Subvention des dringend notwendigen Bauvorhabens wurde ausgesandt. 1912 war es endlich so weit, dass das Musikvereinsgebäude, das künftig zum Zentrum der bis zum heutigen Tiroler Landeskonservatorium sich entwickelnden Ausbildung und eines großartigen städtischen Musiklebens wurde, eröffnet werden konnte.
Das Tiroler Landeskonservatorium bietet gegenwärtig in Kooperation mit der Universität das IGP-Studium zur Ausbildung von Musikschullehrern und das Künstlerische Diplomstudium an. Dazu gibt es berufsbegleitende Lehrgänge für Volksmusik, Jazz und improvisierte Musik, Elementare Musikpädagogik und Blas- orchesterleitung. Und auch die Wiltener Sängerknaben werden vom Kons betreut.
„Neben der Ausbildung“, verweist Konservatoriumsdirektor Nikolaus Duregger auf die qualitativ erstaunlichen öffentlichen Konzerte des Kons, „ist das TLK ganz im Sinne des ursprünglichen Musikvereins weiterhin auch ein „Beförderungsmittel des Vergnügens“. Das Orchester des TLK, die Ensembles Konstellation (widmet sich der zeitgenössischen Musik) und KonsBrass, die Opernklasse, der Chor, verschiedene kammermusikalische Ensembles und eine Vielzahl an Solisten konzertieren regelmäßig; inzwischen auch ein symphonisches Blasorchester und hoffentlich bald Ensembles, die sich mit Alter Musik beschäftigen. Nicht zuletzt runden die verschiedenen Jazz-Ensembles, die Bigband und die Volksmusik-Ensembles die Palette ab. Dazu gibt es Konzerte der Lehrenden des TLK.“
Dienstag wird um 18 Uhr der 100. Geburtstag des Gebäudes mit einem Festakt begangen. Musik von Josef Pembaur d. Ä. steht im Mittelpunkt, es gibt aber auch zwei Eigenkompositionen von Valerie Gahl und Elisa Schuber zu hören. Unter den Interpreten sind die Wiltener Sängerknaben, Sopranistin Maria Erlacher mit Annette Seiler am Klavier, die „drei Großen der Ziehharmonika“ Siggi Haider, Franz Posch und Harald Pröckl. (u.st.)


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