Wenn aus Deponaten Exponate werden
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Jedes noch so kleine Objekt im Museum wird fotografiert und inventarisiert. Sabine Schretter (l.) und Birgit Ihrenberger arbeiten im Depot.Foto: Wacker
Foto: wacker
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Von Brigitte Wacker
Reutte – „Es kommt nicht darauf an, wie viele Menschen in eine Ausstellung gehen, sondern dass sie gewitzter wieder herauskommen“, ist der Leitsatz von Birgit Ihrenberger, Museumsleiterin im Museum Grünes Haus in Reutte. Die studierte Kunstgeschichtlerin ist nicht nur verantwortlich für den gesamten Ablauf, sie ist vor allem auch der gute Geist des gediegenen Hauses. „Seit 2005 bin ich hier verankert. In so einem kleinen Museum bin ich sozusagen Mädchen für alles“, erzählt Birgit Ihrenberger. Sammlungen betreuen, Ausstellungen auf- und abbauen, Führungen, Protokolle, den gesamten Schriftverkehr abwickeln und noch die Buchhaltung – all das falle in ihren Aufgabenbereich.
Das letzte Jahr sei vor allem von den beiden Sonderausstellungen „Die Fabrik“ und „Sehr sportlich! Skisport im Außerfern“ geprägt gewesen. „Mein persönliches Highlight war die Skiausstellung, weil die Resonanz mit knapp 1000 Eintritten riesig und die Besucher absolut begeistert waren“, sagt Ihrenberger. Es sei für sie selbst ein spannendes Thema gewesen, mit dem sie sich noch nie beschäftigt habe. „Da die Reuttener sich mit dem Skifahren identifizieren, waren vor allem die Führungen sehr kommunikativ – die Leute haben nicht nur zugehört, was normalerweise der Fall ist, nein sie haben sich eingebracht und viel aus ihrem Erfahrungsschatz preisgegeben.“ Sogar beim Skiwachsen sei sie nun fast ein Experte.
Als weiteren Höhepunkt des Museumsjahres 2011 führt die passionierte Fagottspielerin den Ankauf der im Lechtal aufgefundenen „Mozartnoten“ an. Fast eineinhalb Jahre habe es gedauert, bis fix verhandelt war, dass diese wertvollen Schriftstücke im Grünen Haus in Reutte ihre neue Heimat finden würden. „Dieses besondere und einmalige Objekt wird erstmals in der heurigen Sommer-Ausstellung, die am 20. Juni eröffnet wird, der Öffentlichkeit präsentiert“, klärt Ihrenberger auf. In dieser Sonderausstellung mit dem klingenden Titel „Von Tuten und Blasen (k)eine Ahnung“ wird sich alles um die Musik im Außerfern drehen. Multitalente (Lehrer Ignaz Dreier), Instrumentenbau (Klarinetten von Bichlbach), Komponisten (Pater Peter Singer), Sängerfamilien (Familie Bischof aus Elmen) und Musikkapellen halten Einzug in die Räume des Museums.
Mindestens ein halbes Jahr intensive Vorbereitung bedarf es, um eine Ausstellung mit diesem Umfang auf die Beine zu stellen. „Früher waren solche Präsentationen immer sehr theoretisch und kunstlastig. Die Leute wurden belehrt, es ging leise und ehrfurchtsvoll zu. Kein Vergnügen, vor allem für junges Publikum“, weiß die Leiterin und weiter, „heute geht man auf die Besucher zu, bindet neue Medien mit ein und macht extra Jugendclubs und Kindernachmittage.“ Ein guter Weg, den die steigenden Besucherzahlen unterstreichen. 2011 zählte das Grüne Haus rund 2300 Kulturinteressierte. „Das alles wäre aber nicht zu meistern ohne die vielen freiwilligen Mitarbeiter, die oft mehrmals wöchentlich ihren Dienst und ihre Hilfe anbieten“, so Birgit Ihrenberger.
Wer nun Lust bekommen hat – am 1. Mai, ab 13 Uhr, öffnet sich nicht nur das Museumstor, sondern auch dessen Bücherschrank. In Rechen,- Koch,- und Messbüchern aus vier Jahrhunderten kann geschmökert werden. Also: auf ins Museum …



