21.04.2012
Innsbruck

Julia Gschnitzer als Zeitzeugin im Casino

Schauspiel-Granden: Julia Gschnitzer mit dem 2008 verstorbenen Kurt Weinzierl, fotografiert 2006 bei den Volksschauspielen Telfs.Foto: Pichler
Foto: hansjörg pichler

Innsbruck – Nächster Gast in der Interview-Serie „Zeit­zeugen­“, veranstaltet vom Casino Innsbruck, der Tiroler Tageszeitung und dem ORF Tirol, ist am Dienstag, 24. April­, Kammerschauspielerin Julia Gschnitzer.

Die Grande Dame des heimischen Schauspiels wurde­ am 21. Dezember 1931 in Innsbruck geboren. Schon in Kindestagen wusste sie, dass Schauspielerin ihr einziger Beruf sein könne und sie hat ihr Leben mit aller Konsequenz dieser Berufung untergeordnet. Sie debütierte 1951 am Tiroler Landestheater­, wo sie bis 1954 engagiert war. Gastspiele führten sie an das Theater für Vorarlberg nach Bregenz. Anschließend wechselte Gschnitzer in die Schweiz. Ab 1959 war sie vor allem auf Wiener und Salzburger Bühnen zu Hause, aber auch am Neuen Stadttheater in Bozen.

Gut 30 Jahre hat sie am Wiener­ Volkstheater herausfordernde Frauenrollen gespielt. Ihrem nicht minder beherzten Engagement am Salzburger Landestheater­ folgte der Wechsel ins Dasein der freischaffenden Darstellerin­, als die Julia Gschnitzer mit ungebrochenem Elan in Hörspielstudios, auf Bühnen, vor Film- und Fernsehkamera aktiv­ ist.

Dem breiten Publikum ist Julia Gschnitzer nicht nur am Theater, sondern auch in legendären Film- und Fernsehauftritten bekannt geworden. Dem TV-Publikum ist sie vor allem als Franziska Jägerstätter­ in „Der Fall Jägerstätter“ von Axel Corti und als Alte Nanne in „Die Siebtelbauern“ von Stefan Ruzowitzky unter der Regie von Reinhard Schwabenitzky bekannt. Seit 1983 engagiert Julian Roman Pölsler die beliebte Schauspielerin immer wieder. So spielte sie 2004/2005 die Leni­ Wallner in Peter Sämanns modernem Heimatfilm „Im Tal des Schweigens“ und die Agnes in Stephanus Domani. Die vorläufig letzte Kinoproduktion, in der sie mitwirkte, war im Jahr 2010 in Reinhold Bilgeris Film-Erstling „Der Atem des Himmels“.

Preise und Ehrungen blieben in ihrer langjährigen Karriere nicht aus. Neben dem Silbernen Ehrenzeichen der Stadt Wien bekam sie auch den Karl-Skraup-Preis und das Große Ehrenzeichen des Landes Tirol. 1989 wurde Gschnitzer in Wien zur Kammerschauspielerin ernannt.

Die Fragen beim „Zeitzeu­gen“-Interview stellt Elmar Oberhauser. Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Verbindliche Anmeldung im Casino Innsbruck per E-Mail an innsbruck@casinos.at oder ab Montag telefonisch unter 05 12/58 70 40-112. Der Eintritt ist frei, Besucher benötigen allerdings ein Ausweisdokument­. (TT-mz)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 21.04.2012
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