21.03.2011
Leserbrief

„Tirol Panorama“: Viel Lob, aber auch Irritierendes

Thema: Das „Tirol Panorama“.

Ich habe das „Tirol Panorama“ am Eröffnungstag besucht, und es hat mir schon gefallen. Die Darstellungen kommen viel besser zur Geltung als am alten Platz. Doch einiges auf dem Weg zum Panorama irritierte mich, wie zum Beispiel „Meetingpoint“? Wo sind wir? Wohl eher „Treffpunkt“, möglicherweise dazu noch „punto di convegno“ und dann „maybe meetingpoint“. Wir waren doch seit Maximilians Zeiten bis 1918 zweisprachig und das wäre doch die Möglichkeit, das hervorzuheben.

Dann sah ich keinen Hinweis auf das Landlibell, das ja die Grundlage der Wehrhaftigkeit der Gefürsteten Grafschaft Tirol bildete. Sollte man sich das überlegen, dann bitte in beiden Sprachen des alten Tirol.

Dann diese Glitzerwand in der Eingangshalle: Das meiste konnte ich nicht erkennen, ich konnte nicht weit genug zurücktreten, doch da sah ich ein riesengroßes Hakenkreuz vorbeiziehen. Das 1809? Da feierten wieder einmal die Betroffenheitsprofis fröhliche Urständ. Weg damit!

Und das Sammelsurium auf dem Weg zum Kaiserjägermuseum? Zurück in die Keller und Dachböden, die man zu diesem Zweck entrümpelte. Dieser Ort wäre eine einmalige Gelegenheit, sich mit dem Tiroler Schützenwesen zu befassen: sei es Landlibell, Zuzugsordnungen, Schützenwesen und Trachten – man könnte den Besuchern zeigen, warum es 1809 so geschah.

Ich las noch eine Kritik über die Mittelmäßigkeit des Kaiserjägermuseums, besonders der Porträts der Regimentskommandanten, aber ich glaube, einen Schiele oder Klimt wollten sich diese nicht leisten, nicht einmal einen Arnulf Rainer.

Wolfgang Busse 6020 Innsbruck

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 21.03.2011
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