07.03.2012, 16:54 
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US-Tochter Reebok überschattet weiter Adidas-Erfolgsgeschichte Von Klaus Tscharnke, dpa (Mit Bild)

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Die Konzernmutter Adidas glänzt mit Umsatzrekorden - dagegen erfüllt die vor sieben Jahren gekaufte US-Tochter Reebok weiterhin nicht die Erwartungen. Adidas-Chef Herbert Hainer bleibt dennoch optimistisch - mit großen Reebok-Sprüngen im laufenden Jahr rechnet aber auch er nicht.

Herzogenaurach (dpa) - Sie sollte ein «wichtiger Meilenstein» bei der Eroberung des nordamerikanischen Sportartikel-Marktes sein, doch auf den großen Durchbruch ihrer US-Tochter Reebok wartet Adidas knapp sieben Jahre nach der milliardenschweren Übernahme noch immer. Während die deutsche Konzernmutter seit Jahren mit immer neuen Umsatzrekorden auftrumpft, kämpft der US-Sportschuh- und Sportbekleidungshersteller auf dem schwierigen US-Markt weiter mit Problemen - statt für Wachstumsschub im Wettbewerb mit dem Weltmarktführer Nike zu sorgen.

Auch im zurückliegenden Jahr blieb Reebok hinter den Erwartungen zurück. Mit 1,962 Milliarden Euro war der Umsatz im Jahr 2011 gerade mal um 2,5 Prozent gewachsen - für den erfolgsverwöhnten Adidas-Konzern ein vergleichsweise mageres Ergebnis. Schuld daran war nicht zuletzt das Debakel mit einem neu entwickelten Sportschuh, der angeblich schon beim Gehen Beine und Po straffen soll. Tatsächlich hatte der angebliche Fitness-Schuh das Reebok-Geschäft zunächst kräftig angekurbelt.

Dann allerdings kam der Rückschlag: Die US-Handelsbehörde FTC warf Reebok im Zusammenhang mit dem Sportschuh irreführende Werbung vor. Der in Werbekampagnen versprochene Effekt sei nicht belegt, stellten die US-Wettbewerbshüter fest. Schließlich einigte sich Adidas im September 2011 mit der Handelsbehörde auf eine Zahlung von 25 Millionen Dollar (18,5 Mio Euro), um den Vorwurf aus der Welt zu schaffen. Das Geld sollte an die Käufer zurückgehen. Reebok betonte allerdings, man sei weiterhin von der Technologie überzeugt.

Auch Adidas-Chef Herbert Hainer glaubt weiter an seine Tochter. Reebok habe bereits neue Modelle des begehrten Spezialschuhs «in der Pipeline», wie er am Mittwoch bei der Adidas-Bilanz-PK in Herzogenaurach unterstrich. Der Schuh soll mit seiner gewölbten Sohle schon beim Gehen die Muskeln zum Arbeiten bringen. Zudem will der fränkische Sportartikelkonzern Reebok künftig auf dem nordamerikanischen Markt als Fitness-Marke positionieren. Das Unternehmen ist dabei eine Kooperation mit der US-Fitnessbewegung CrossFit eingegangen.

Trotzdem rechnet selbst der am Mittwoch vor Optimismus strotzende Adidas-Chef für das laufende Jahre nicht mit einem kräftigen Wachstumsschub bei Reebok. Schließlich muss die Adidas-Tochter erst mal ihren Ausstieg aus dem Lizenzvertrag mit der National Football League (NFL) verdauen. Football, so erläuterte Hainer die Entscheidung, passe einfach nicht mehr zu einer Fitnessmarke, die Reebok künftig sein wolle. Der Preis für die neue Marktausrichtung ist allerdings hoch: Rund 200 Millionen Euro Umsatz dürfte Reebok damit erst einmal entgehen, räumte Hainer ein.

Trotz gute gefüllter Kasse steht - womöglich auch wegen der leidvollen Erfahrung mit Reebok - bei Adidas derzeit keine größere Firmenübernahme an. Das versicherten am Mittwoch sowohl Hainer als auch sein Finanzvorstand Robin Stalker. «Natürlich beobachten wir den Markt. Wenn was Interessantes dabei ist, würden wir uns das natürlich auch anschauen. Aber derzeit haben wir keine konkreten Pläne», betonte Hainer. Das gelte auch für den wachstumsstarken Outdoor-Bereich. Nach der Übernahme der Bergsteiger- und Mountainbike-Marke Five Ten sei vorerst kein Zukauf aus diesem Branchensegment geplant.

# dpa-Notizblock

## Internet - [Adidas Group]( http://dpaq.de/whG2i)

## Orte - [Adidas](Adi-Dassler-Straße, Herzogenaurach)

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Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mi, 07.03.2012  16:54
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