05.02.2012, 16:24  Aktualisiert: 05.02.2012, 17:39 
International

Darabos: Serbien verdient EU-Kandidatur „so rasch wie möglich“

Nach den Worten des Ministers sollten dem Land keine neuen Bedingungen auferlegt werden.
Darabos spricht sich für eine rasche Kandidatur von Serbien für den Beitritt zur Europäischen Union aus.
Foto: REUTERS

München – Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) hat sich dafür ausgesprochen, dass Serbien den EU-Kandidatenstatus „so rasch wie möglich“ erhält, wie er der Agentur Tanjug am Samstag sagte. Nach den Worten des Ministers sollten dem Land keine neuen Bedingungen auferlegt werden. Auch wenn Österreich den Kosovo anerkannt habe, und zu seiner Entscheidung stehe, sei das kein Hindernis für Wien, Belgrad zu unterstützen.

„Ich denke, Serbien sollten den Kandidatenstatus so rasch wie möglich erhalten“, sagte Darabos am Rande der 48. Münchner Sicherheitskonferenz. Die Regierung in Belgrad sende „klare Signale“, dass sie an einer Lösung des Kosovo-Konflikts interessiert sei. Dafür solle sie nicht bestraft, sondern ermutigt werden und den Kandidatenstatus im März erhalten. Der Konflikt mit dem Kosovo ist nach wie vor eines der Haupthindernisse für Serbiens Weg Richtung EU-Mitgliedschaft.

Deutschlands Serbien-Politik sei „falsch“, so Darabos, weil diese nicht anerkenne, dass der Status die Nationalstaaten und den Friedensprozess am Westbalkan stärken würde. Die Anforderungen, die an Serbien gestellt würden seien zu hoch, so der Minister.

Derzeit stellt die NATO-Truppe KFOR 5.800 Soldaten in der Region. Unruheherd ist der Nordkosovo an der Grenze zu Serbien. Österreich ist mit etwa 600 Soldaten nach den USA (1.400) und Deutschland (1.300) drittgrößte Truppensteller-Nation und größter Nicht-NATO-Truppensteller im Kosovo. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 05.02.2012  16:24
aktualisiert: So, 05.02.2012  17:39
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