06.02.2012, 11:32  Aktualisiert: 06.02.2012, 11:41 
Österreich

Spindelegger besorgt über weibliche Genitalverstümmelungen in Europa

Vizekanzler und Außenminister Spindelegger will „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ gegen die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen vorgehen.
Drei Millionen Mädchen werden jährlich genitalverstümmelt.
Foto: APA (Archiv/epa)/AHMAD YUSNI

Wien - Vizekanzler und Außenminister Spindelegger will „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ gegen die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen vorgehen. Er zeigte sich zudem besorgt über die steigende Zahl von Beschneidungen bei Immigrantinnen, die in Europa oder den USA leben. Dies mache deutlich, dass die Bewusstseinsbildung und die Umsetzung der Verbote vorangetrieben werden müssten.

„Die weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln, damit diese archaische Praxis (...) möglichst bald der Vergangenheit angehört“, betonte der Außenminister anlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung. Österreich werde sich im Rahmen der bevorstehenden Sitzung der Frauenstatuskommission der UNO in New York „weiter aktiv für die Wahrung der Rechte der Mädchen und Frauen und insbesondere auch die weltweite Abschaffung dieser diskriminierenden Praxis einsetzen“, so Spindelegger.

Laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF werden etwa 3 Millionen weibliche Personen jährlich einer Genitalverstümmelung unterzogen. Das entspricht etwa 8.000 Mädchen pro Tag, so die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Weltweit leiden etwa 155 Millionen Frauen unter den Folgen der „Female Genital Mutilation“ (FGM).

Mädchenbeschneidungen sind vor allem in Afrika kulturell tief verwurzelt, auch wenn sie von keiner Religion vorgeschrieben sind. Der Eingriff reicht von der Abtrennung der Vorhaut der Klitoris bis zu deren Entfernung gemeinsam mit den Schamlippen. Viele beschnittene Frauen leiden ihr Leben lang an Depressionen und Angstzuständen; auch bei Geburten sind sie vermehrten Risiken ausgesetzt.

Am 6. Februar wird der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung begangen. Dieser Aktionstag wurde vom „Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children (IAC)“ im Jahr 2004 ausgerufen, um die Weltöffentlichkeit auf das Problem hinzuweisen. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mo, 06.02.2012  11:32
aktualisiert: Mo, 06.02.2012  11:41
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