Weniger Kassenärzte, längere Wartezeit
Wien – Immer mehr Gedränge in den Praxen von Kassenärzten müssen Patienten in Kauf nehmen. Eine Statistik der Österreichischen Ärztekammer bestätigt nun diesen Eindruck. Während die Bevölkerungszahl zwischen dem Jahr 2000 und 2010 um etwa 376.000 stieg, sank die Zahl der Ärzte mit Kassenverträgen von 8491 auf 7638.
„Die Vertragsdichte ist seit zehn bis 15 Jahren rückläufig. Dabei bedeutet schon Stillstand einen Rückschritt“, kritisiert Günther Wawrowsky von der Ärztekammer diesen Rückgang der abgeschlossenen Kassenverträge scharf.
Da die Österreicher immer älter werden, andererseits die Geburtenzahlen sinken, steigt der Anteil an älteren und häufiger chronisch Kranken. Wenn vor zwölf Jahren auf einen niedergelassenen praktischen Arzt noch durchschnittlich 1787 Österreicher fielen, ist diese Zahl im Jahr 2010 bereits um 249 gestiegen. Teilweise noch viel extremer ist dieses Verhältnis bei Fachärzten.
Dass die Wartezeiten bei Kassenärzten damit naturgemäß immer länger werden, dürfte die Debatte um die so genannte „Zwei-Klassen-Medizin“ weiter anheizen. Auch in der aktuellen Diskussion um eine stärkere Verlagerung der medizinischen Versorgung von Krankenhäusern auf niedergelassene Ärzte könnten die Ergebnisse dieser Studie neue Lösungsansätze verlangen. (APA, TT)



