08.02.2012, 11:02  Aktualisiert: 08.02.2012, 11:08 
Österreich

Österreichische Botschaft in Damaskus bleibt vorerst geöffnet

Außenamt: „Wichtiger als symbolischer Akt“ durch Botschaftsschließungen wäre gemeinsame Linie der UNO.
Wichtiger als ein symbolisches Zeichen sieht Spindelegger eine gemeinsame Linie der UNO.
Foto: APA/BARBARA GINDL

Wien - Die österreichische Botschaft in Damaskus bleibt vorerst geöffnet. „Derzeit besteht keine Absicht das Personal abzuziehen oder die Botschaft zu schließen“, hieß es auf Anfrage der APA am Mittwoch vom Sprecher von Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger (V), Alexander Schallenberg. Um ein Zeichen gegen das syrische Regime zu setzen haben bereits mehrere Länder ihre Botschafter zurückberufen. Die EU plant jedoch keinen Rückruf.

„Wichtiger als ein symbolischer Akt“ wäre ein gemeinsame Linie der UNO, sagte Schallenberg. Ein von Marokko im Weltsicherheitsrat eingebrachter Resolutionsentwurf zur Syrien-Krise war jüngst am Veto von Russland und China gescheitert.

Die österreichische Botschaft in Damaskus diene konsularischen Schutzaufgaben für die nach aktuellem Stand 177 Österreicher, die sich nach wie vor in Syrien aufhielten. Die meisten von ihnen hielten sich in der Hauptstadt Damaskus auf, seien Doppelstaatsbürger, die ihren Lebensmittelpunkt in Syrien hätten und aktuell keine Ausreise beabsichtigten, so Schallenberg. Derzeit ist Österreich in Syrien durch Botschafterin Maria Kunz vertreten.

Die Lage in Syrien werde täglich evaluiert. Für die Botschaft in Damaskus wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, zudem gebe es Evakuierungspläne für den Bedarfsfall, sagte Schallenberg.

Am gestrigen Dienstag hatten Frankreich und Italien ihre Botschafter zurückgerufen, die USA und Großbritannien hatten dies schon am Montag getan. Der deutsche Botschafterposten in Damaskus bleibt bis auf weiteres vakant. Die Schweiz hatte ihren Botschafter bereits im August zu Konsultationen nach Bern zurückgerufen. Die Vertretung in Damaskus soll jedoch in Betrieb bleiben. Die sechs Staaten des Golf-Kooperationsrates riefen ebenfalls geschlossen ihre Botschafter aus Damaskus zurück und forderten umgekehrt die syrischen Gesandten auf, jeweils ihre Länder zu verlassen. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mi, 08.02.2012  11:02
aktualisiert: Mi, 08.02.2012  11:08
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