Nordkoreas „Atomstopp“ schürt Hoffnung und Skepsis
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Kim Jong-Un hat die Führung in Pjöngjang nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-Il übernommen. Noch immer wird über seine Absichten gerätselt, das Atommoratorium wird aber eher als taktischer Schachzug gewertet.
Foto: AP
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Pjöngjang/Washington - Nordkoreas Einlenken im Atomstreit kommt überraschend. Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass sich der neue Machthaber in Pjöngjang Kim Jong-Un dazu bereit erklären wird, seine Atom- und Raketentests vorerst zu stoppen und IAEA-Inspektoren ins Land zu lassen.
Zwar begrüßen die USA und die Nachbarländer Nordkoreas die Zugeständnisse des Regimes, aber die Skepsis bleibt groß. Zu oft wurden in den vergangenen Jahren bereits derartige Katz-und-Maus-Spiele veranstaltet. „Der nordkoreanische Tanz geht weiter“, kommentierte etwa der britische Nordkorea-Analyst Aidan Foster-Carter in einem Web-Beitrag für die BBC.
Hardliner wittern eine Falle
US-Regierungssprecher Jay Carney forderte, dass dem positiven ersten Schritt nun Taten folgen müssten. Eine Falle wittern US-Hardliner: „Pjöngjang wird sein heimliches Nuklearwaffenprogramm wahrscheinlich direkt vor unserer Nase fortsetzen“, erklärte die Republikanerin Ileana Ros-Lehtinen, die Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Senat.
Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA hat sich nämlich wieder einmal eine Hintertür offengelassen: Man werde die Absprachen einhalten „so lange die Gespräche fruchtbar voranschreiten“, hieß es in einer Erklärung.
Hoffnung bei Nachbarn
Südkorea äußerte dennoch die Hoffnung, dass die Vereinbarungen zwischen den USA und Nordkorea über erste Schritte zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms „gewissenhaft umgesetzt werden“. Nordkoreas Zugeständnisse seien beachtenswert, hieß es. Diese Schritte seien von Nordkorea gefordert worden, um eine günstige Atmosphäre für die Wiederaufnahme der Mehrparteiengespräche über sein Atomprogramm zu schaffen.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief alle beteiligten Parteien auf, den Konflikt friedlich zu lösen. China ermutige die USA und Nordkorea, ihre Beziehungen zu verbessern und ihre Beiträge zur Wahrung von Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu leisten. Teilnehmer an den seit drei Jahren ausgesetzten Verhandlungen sind auch Südkorea, Japan und Russland.
Japan: Zu früh für Sechsergespräche
Die Zugeständnisse Nordkoreas seien ein „wichtiger Schritt“ zur Lösung der Probleme auf der koreanischen Halbinsel, sagte der japanische Außenminister Koichiro Gemba in Tokio. Für eine Fortsetzung der Sechser-Gespräche ist es nach Ansicht Tokios jedoch noch zu früh.
Eine erste Voraussetzung für Verhandlungen wäre jedenfalls, dass Nordkorea den Inspektoren der IAEA tatsächlich Zutritt in seine Atomanlagen verschafft.
Die USA hatten am Vortag mitgeteilt, dass Nordkorea im Gegenzug für 240.000 Tonnen neuer Lebensmittelhilfen seine Urananreicherung sowie Atomtests und Tests von Langstreckenraketen aussetzen wolle. (TT.com, dpa)
aktualisiert: Do, 01.03.2012 11:04






