25.04.2012, 14:26  Aktualisiert: 25.04.2012, 14:32 
Österreich

FPÖ-Sicherheitsreferent wegen Körperverletzung vorbestraft

Ein nunmehriger Mitarbeiter vom Wiener FP-Klubchef Johann Gudenus wurde laut einem Bericht von „News“ zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.
Der für Sicherheit zuständige Mitarbeiter von FP-Klubchef Johann Gudenus (Bild) wurde wegen Körperverletzung verurteilt.
Foto: FPÖ

Wien – Ausgerechnet der für Sicherheit zuständige Mitarbeiter des Wiener FPÖ-Rathausklubs, Gerald Ziehfreund, wurde laut einem Bericht von News (die Ausgabe erscheint am Donnerstag) im Jahr 2010 wegen Körperverletzung und Amtsmissbrauchs verurteilt.

15 Monate bedingt lautete demnach das Urteil, das den ehemaligen Polizisten auch seinen Job kostete. Laut dem Bericht hatte Ziehfreund beim Wiener Donauinselfest 2007 einen polnisch sprechenden Mann rassistisch beschimpft und tätlich angegriffen, nachdem dieser ihn nach seiner Dienstnummer gefragt hatte.

Während der Amtshandlung fielen vonseiten des Beamten etwa die Worte „Klanes Oaschloch“ und „schleich di, du depperte Sau“. Auch Schläge teilte Ziehfreund aus. Als sich das Opfer wehrte, sagte der Polizist: „.Schwere Körperverletzung, versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt – du gehst a Jahr in Häfn.“ Was Ziehfreund nicht wusste: Das Opfer hatte per Handy den Polizeinotruf alarmiert. Das Gespräch wurde – wie bei Notrufen üblich – automatisch aufgezeichnet.

Seinen Job bei der Polizei war Ziehfreund nach der Verurteilung los, bei der FPÖ wurde er daraufhin als Sicherheitsreferent engagiert.

Der freiheitliche Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein kritisierte den News-Artikel am Mittwoch in einer Reaktion massiv. Es werde etwa verschwiegen, dass bei dem Raufhandel das angeblich unschuldige Opfer mit einem Fixiermesser teilgenommen habe. Faktum sei zudem, dass der Polizist 25 Jahre lang einen tadellosen Außendienst versehen habe – und er auch nach dem Ausscheiden ein ausgezeichnetes Referenzschreiben erhalten habe.

Die Wiener SPÖ sah in dem Vorfall wiederum einen Beweis dafür, dass es in keiner anderen Partei so viele rechtskräftig Verurteilte wie bei den Freiheitlichen gebe, wie Sicherheitssprecher Godwin Schuster in einer Aussendung feststellte. „Die oftmals versuchte Selbstinszenierung der Freiheitlichen als Sicherheitspartei wird neuerlich ad absurdum geführt“, befand der SP-Politiker. Schuster forderte Gudenus auf, „sofort“ Konsequenzen zu ziehen. (tt.com)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mi, 25.04.2012  14:26
aktualisiert: Mi, 25.04.2012  14:32
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