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Weltpolitik

Umfrage: Deutsche sehen Schaden für Merkel durch Schavan-Affäre

Wie die Umfrage weiter ergab, sind 54 Prozent davon überzeugt, dass Schavan getäuscht habe. 36 Prozent halten die Unschuldsbeteuerungen der Ex-Ministerin dagegen für wahr.

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Berlin - Eine Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge der Meinung, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Union durch die Plagiatsaffäre der zurückgetretenen Bildungsministerin Annette Schavan ein Schaden entstanden ist. Wie die „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht meldete, sehen 62 Prozent der Bundesbürger nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid einen Nachteil für Partei und Kanzlerin. 31 Prozent der Befragten erkannten keinen Schaden. Bei den Unionsanhängern fällt das Urteil der Umfrage zufolge noch deutlicher aus. Für 68 Prozent stelle die Affäre ein Makel dar, für 28 Prozent nicht.

Wie die Umfrage weiter ergab, sind 54 Prozent davon überzeugt, dass Schavan getäuscht habe. 36 Prozent halten die Unschuldsbeteuerungen der Ex-Ministerin dagegen für wahr. Auch bei den Unionsanhängern glaubt eine Mehrheit von 51 Prozent Schavan nicht, 46 Prozent halten die CDU-Politikerin hingegen für unschuldig. Emnid befragte den Angaben nach 505 Bürger am vergangenen Donnerstag.

Die Stimmungslage der Deutschen schlug sich der Zeitung zufolge bereits im Sonntagstrend nieder: Die Union büßte in der Wählergunst einen Punkt auf 40 Prozent ein. Die Grünen legten demnach einen Prozentpunkt zu auf 15 Prozent. SPD und Linkspartei blieben unverändert, ebenso FDP und Piratenpartei. Emnid erhebt den Sonntagstrend wöchentlich im Auftrag der „Bild am Sonntag“.

Unterdessen bezeichnete der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer den Rücktritt von Schavan als „bedauerlich und tragisch“. Schavan sei „eine vorzügliche Ministerin auf diesem Feld“ gewesen, sagte Seehofer der „Passauer Neuen Presse“. „Wenn sie ein anderes Ministerium geführt hätte, bei dem sie nicht jeden Tag mit Hochschulen und Universitäten zu tun gehabt hätte, dann hätte ich geraten, im Amt zu bleiben“, sagte er. (APA/Reuters/AFP)

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