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Weltpolitik

Iran kritisierte westlichen Druck zum 34. Jahrestag der Revolution

Bei der vom Staatsfernsehen übertragenen Kundgebung betonte der iranische Präsident, die Feinde seines Landes sollten wissen, dass Druck und Einschüchterung keinen Erfolg haben würden.

Teheran - Zum 34. Jahrestag der Islamischen Revolution zeigt die iranische Führungsriege demonstrativ Geschlossenheit. Nach den innenpolitischen Querelen der letzten Wochen, die am vergangenen Sonntag nach der Entlassung des Arbeitsministers bei Parlamentsdebatte zwischen Präsident Mahmoud Ahmadinejad und seinem Widersacher, Parlamentspräsident Ali Larijani, ihren Höhepunkt erreicht hatten, wollte man - wohl auf Druck des Obersten geistlichen Führers Ali Khameneis - Einigkeit demonstrieren.

Ahmadinejad, dessen zweite Amtszeit in vier Monaten endet, sprach bei seiner Rede am Freiheitsplatz in Teheran von der „großartigen iranischen Nation, die sich durch westliche Sanktionen und Einschüchterungsversuche“ nicht beeindrucken lassen werde.

Der Iran werde im Atomstreit mit dem Westen keine Zugeständnisse machen. „Iran ist heute ein Land mit nuklearem Know-how, ob es der Westen mag oder nicht“, sagte Ahmadinejad bei einer Kundgebung zum 34. Jahrestag der Islamischen Revolution am Sonntag in Teheran.

Bei der vom Staatsfernsehen übertragenen Kundgebung betonte der iranische Präsident, die Feinde seines Landes sollten wissen, dass Druck und Einschüchterung keinen Erfolg haben würden. „Eins sollte sogar unseren ärgsten Feinden klar sein: Diese Nation hat eine heilige und unglaubliche Widerstandskraft gegen jeglichen Druck gezeigt und wird auch nicht davon abweichen, seine (nuklearen) Rechte durchzusetzen.“

Das umstrittene iranische Atomprogramm soll zwar laut iranischen Offiziellen friedlichen Zwecken dienen. Die USA, die EU und Israel fürchten jedoch, dass die Erforschung der Technik letztlich zum Bau von Atomwaffen führt. Die seit Monaten ausgesetzten Gespräche darüber sollen Ende Februar in Kasachstan wieder aufgenommen werden.

Der Jahrestag der Islamischen Revolution wurde in vielen iranischen Städten mit organisierten Kundgebungen begangen, an denen sich nach Angaben staatlicher Medien Millionen Menschen beteiligten. Im Februar 1979 hatte ein Aufstand unter Revolutionsführer Ayatollah Khomeini zum Zusammenbruch der Monarchie geführt und den Schah vom Pfauenthron ins Exil getrieben. (APA/dpa)