Archiv

Letztes Update am / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Weltpolitik

Brahimi drängt Opposition zu Dialog mit Damaskus

Der internationale Sondergesandte Brahimi hat die syrische Opposition zu Gesprächen mit der Regierung in Damaskus gedrängt. Brahimi traf nach Angaben der UNO den Chef der oppositionellen syrischen Nationalen Koalition, Ahmed Moas al-Khatib, in Kairo. Al-Khatib hatte sich zuvor via Facebook beklagt, das die Regierung von Staatschef Assad sein Angebot zum Dialog abgelehnt habe.

Al-Khatib hatte unlängst direkte Gespräche mit Regierungsvertretern angeboten, die „kein Blut an den Händen“ hätten. Sein Bündnis machte deutlich, dass es dabei unbedingt auch um einen Rücktritt von Staatschef Assad gehen müsse. Zudem drohte al-Khatib, er werde sein Gesprächsangebot zurückziehen, wenn die Regierung nicht bis Sonntag alle festgenommenen Aufständischen freilasse. Die syrische Regierung hatte sich am Freitag zu einem Dialog mit den Aufständischen „ohne Vorbedingungen“ bereit erklärt, ohne auf das Angebot von al-Khatib einzugehen.

Islamistische Rebellen eroberten unterdessen eine Armeestellung in der nördlichen Provinz Raka. Das berichtete die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Dschihadisten in Tabka hätten demzufolge Munition und Artilleriegeschütz erbeutet. Außerdem hätten Aufständische in der östlichen Stadt Deir Essor mit ihren Panzern den Sitz einer Armeebrigade beschossen.

Aktivisten bezeichneten die humanitäre Lage in der Stadt als „dramatisch“. Die Beobachtungsstelle gab die Zahl der am Sonntag in Syrien getöteten Menschen mit mindestens 50 an, darunter 23 Zivilisten. Am Samstag gab es demnach 125 Tote, davon 52 Zivilisten. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.