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Weltpolitik

Monti verspricht Senkung der Unternehmenssteuern

Italiens scheidender Premier will die Wertschöpfungssteuer für Privatunternehmen halbieren.

Rom – Knapp zwei Wochen vor den Parlamentswahlen beteuert Italiens scheidender Premier Mario Monti seine feste Absicht, schon im Laufe dieses Jahres den Steuerdruck zu senken. „Vor anderthalb Jahren hatte mein Fachleutekabinett die Weichen für die Sanierung der Bilanzen setzen müssen.

Jetzt können wir eine fünfjährige Legislaturperiode planen und schrittweise den Steuerdruck reduzieren, weil dies parallel zu weiteren Kürzungen in den öffentlichen Ausgaben und zur Fortsetzung des Kampfes gegen die Steuerhinterziehung erfolgen kann“, sagte Monti in einer Ansprache vor dem Industriellenverband in Monza.

Der Ex-EU-Kommissar beteuerte seine Absicht, schon ab diesem Jahr die Immobiliensteuer für einkommensschwache Familien zu reduzieren. Damit könne die Hälfte der Besitzer von Erstwohnungen von der Zahlung der Immobiliensteuer befreit werden, erklärte Monti. Bis 2017 will der scheidende Premier die regionale Wertschöpfungssteuer für Privatunternehmen IRAP halbieren. „Die Mitte-rechts-Allianz um Silvio Berlusconi verspricht seit fünf Jahren die IRAP-Abschaffung, hat aber bisher noch nichts in diese Richtung unternommen. Wir denken, dass man diese Steuer reduzieren kann. Die IRAP-Einnahmen, die derzeit 32 Milliarden Euro pro Jahr betragen, sollen 2017 auf 20,8 Milliarden reduziert werden“, erklärte Monti.

Der Wirtschaftsprofessor hob die Leistungen seines Fachleutekabinetts hervor. „Ich habe mich geweigert, in Brüssel Hilfen für Italien anzufordern. Italien hat es mit den eigenen Kräften und Opfern geschafft. Heute können wir in Europa am runden Tisch sitzen, ohne jemandem etwas zu schulden“, so Monti.

Sein Gegner Silvio Berlusconi setzt inzwischen seine mediale Tour fort. Der Medienzar versicherte, dass kein Nachtragshaushalt im Frühjahr notwendig sei, um bis Ende 2013 eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen. (APA)