Wiener Deserteursdenkmal: Stadt prüft Heldenplatz als Standort
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Den Heldenplatz soll nach dem Wunsch der Stadt Wien bald auch ein Denkmal für Wehrmachtsdeserteure zieren.
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER
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Wien - Für das projektierte Denkmal für Deserteure der NS-Wehrmacht in Wien ist die Lösung der Standortfrage am Freitag zumindest ein Stück näher gerückt: Die Stadt Wien prüft nun offiziell den Heldenplatz als möglichen Standort, hieß es aus dem Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S). Dafür sind allerdings noch Gespräche mit dem Bund als Eigentümer nötig. Das Areal wird nämlich von der dem Wirtschaftsministerium unterstellten Burghauptmannschaft verwaltet.
Daneben seien aber auch alle vier anderen, im Vorfeld zur Disposition gestandenen Plätze weiterhin im Spiel, betonte eine Sprecherin des Ressortchefs gegenüber der APA. Dabei handelt es sich um den Ballhausplatz, den Julius-Raab-Platz bei der Urania, den Grete-Rehor-Park zwischen Parlament und Justizpalast und die Roßauer Lände. Sie sind allesamt im Eigentum der Stadt.
Die Entscheidung, in Sachen Heldenplatz nun konkret in Gespräche mit dem Bund zu treten, ist gegen Mittag in einer Sitzung jenes Gremiums gefallen, das mit der Konzeption des Deserteursdenkmals befasst ist. Diesem gehören Vertreter der rot-grünen Stadtregierung, des Personenkomitees „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ und externe Fachleute an.
Das Personenkomitee äußerte sich am Freitag allerdings nicht allzu euphorisch über den Debattenverlauf. Es sei ein „zäher Prozess“, das Tempo sei „gemächlich“, so Obmann Thomas Geldmacher im APA-Gespräch. Deshalb habe man „große Sorgen“, ob die für Ende 2013 anvisierte Eröffnung der Gedenkstätte zeitlich halten werde.
Geldmacher betonte, dass er in der heutigen Sitzung des Gremiums eine „definitive Präferenz“ für den Heldenplatz herausgehört habe. Der Heldenplatz steht für das Personenkomitee seit jeher an oberster Stelle der Prioritätenliste. Er sei weiterhin zuversichtlich, dass das Denkmal an diesem Standort realisiert werde. Der Julius-Raab-Platz sowie die Roßauer Lände seien als Orte nicht „alltagsfähig“, verwies Geldmacher etwa auf die dortige Verkehrs- und daraus resultierende Lärmbelastung.
Unabhängig von der endgültigen Standortwahl hat man sich heute jedenfalls auf das weitere formale Prozedere geeinigt. So wird die Realisierung vom KÖR (Kunst im öffentlichen Raum) abgewickelt. Dort soll etwa auch entschieden werden, ob es für das Projekt eine internationale Ausschreibung oder einen geladenen Wettbewerb geben soll. (APA)
aktualisiert: Fr, 20.04.2012 14:16






