Netanyahu spielt Streit mit USA wegen Ost-Jerusalem herunter
Jerusalem – Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat den Streit mit den USA über den Siedlungsausbau im arabischen Ostteil Jerusalems am Sonntag heruntergespielt.
US-Außenministerin Hillary Clinton hatte die Siedlungspläne in dem Viertel Ramat Shlomo am Freitag während eines Telefongesprächs mit Netanyahu harsch kritisiert. Das Außenministerium in Washington hatte zudem den israelischen Botschafter zu einem klärenden Gespräch zu sich zitiert. Netanyahu habe zu dem Thema auch Telefongespräche mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geführt, meldete der israelische Rundfunk am Sonntag.
„Es hat hier einen bedauernswerten Vorfall gegeben, der in aller Unschuld passierte“, sagte Netanyahu zu der Ankündigung des Baus von 1600 neuer Wohnungen in Ramat Shlomo während des Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden in Israel. Biden fühlte sich dadurch brüskiert und verurteilte die Pläne umgehend.
Netanyahu sagte den Ministern, er habe ein Team damit beauftragt, den Vorgang zu prüfen und Wege aufzuzeigen, ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. „Israel und die USA haben gemeinsame Interessen und wir werden gemäß den gemeinsamen Interessen handeln, die für Israel von essenzieller Wichtigkeit sind“, sagte Netanyahu ferner.
Die neuen Siedlungspläne gefährden die geplante Aufnahme indirekter Friedensgespräche in Nahost. Der US-Nahostvermittler George Mitchell wird kommende Woche erneut in der Region erwartet. Es ist aber noch unklar, ob dann die erste Runde neuer indirekter Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern beginnen soll. (APA/dpa)
aktualisiert: So, 14.03.2010 11:57



