Kampfeinsatz in Mali? Britische Armee in Alarmbereitschaft
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Bisher hat Großbritannien Frankreichs Offensive in Mali nur logistisch unterstützt. Doch wie die „Times“ berichtet, befinden sich die royale Luftwaffe, die Marine und auch die britische Armee in „hoher Alarmbereitschaft“.
Foto: REUTERS
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London – Monatelang hat die internationale Gemeinschaft gezögert. Vor gut eineinhalb Wochen hat schließlich Frankreich eingegriffen und die französische Luftwaffe nach Mali geschickt, um den blutigen Konflikt zwischen Regierungstruppen und Aufständischen zu beenden.
Derzeit kämpfen in Mali 2150 französische Soldaten gegen die radikalen Islamisten. Militärische Unterstützung fanden die Franzosen bald darauf in der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), die einer sofortigen Entsendung eigener Interventionstruppen in den von Islamisten kontrollierten Norden des Landes zustimmte.
Inzwischen sind laut Angaben des französischen Militärs 1000 Soldaten aus dem Tschad sowie aus westafrikanischen Ländern wie Togo, Benin, Niger und Nigeria vor Ort. Insgesamt sollen schließlich mehrere Tausend afrikanische Soldaten an der Seite der Franzosen kämpfen.
Dieser Unterstützung zum Trotz beklagte nicht nur die französische Medienöffentlichkeit die „Einsamkeit“ des Staates. Argwöhnisch wurde in Kommentaren und Leitartikeln die fehlende Unterstützung Hollandes durch seine traditionellen Verbündeten beklagt.
Eine „Generationenaufgabe“
Doch nun schaltet sich laut einem Bericht der britischen Times die britische Regierung ein, die sich bislang lediglich zum Transport von Soldaten und Ausrüstung nach Mali und zur Entsendung von Ausbildern für die malische Armee bereiterklärt hatte.
In einem Telefonat mit Frankreichs Präsident Francois Hollande zu Beginn der französischen Intervention hatte Premier David Cameron festgehalten, dass keine britischen Soldaten an den Kampfhandlungen beteiligt sein sollen. Dies könnte sich aber ändern: Großbritannien erwägt offenbar, seine Unterstützung für die französische Mission auszuweiten.
Einen britischen Kampfeinsatz werde es nicht geben, beharrte Cameron noch am Montag. Doch wie die Times am Dienstag berichtet, befinden sich die royale Luftwaffe, die Marine und auch die britische Armee in „hoher Alarmbereitschaft“ für eine Entsendung nach Mali, sollte eine entsprechende Hilfsanfrage aus Frankreich eintreffen. Zudem seien die Militärchefs beauftragt worden, bis zum Ende der Woche einen Notfallplan für die Operationen in Afrika aufzustellen
Verteidigungsministerium dementiert
Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums wies den Bericht der Times zurück, wie der britische Sender Channel 4 berichtet: „Das Verteidigungsministerium unterstützt die französischen Bemühungen mittels logistischer Hilfe.“ Britische Bodentruppen für einen Kampfeinsatz seien nicht vorgesehen. Die zusätzliche britische Unterstützung werde von der weiteren Entwicklung der Situation in Mali abhängig gemacht.
Dass Premierminister David Cameron dennoch zu einem entschlosseneren Handeln bereit sein könnte, ließ er am Montag im Parlament anklingen. „Es muss verhindert werden, dass sich vor den Türen Europas neue terroristische Stützpunkte bilden“, sagte er und erklärte den Kampf gegen den Terror zu einer „Generationenaufgabe“.
Und während die britische Armee ihr Engagement in Afghanistan in absehbarer Zeit deutlich verringern wird, verschiebt sich der Fokus des Antiterror-Kriegs in Richtung Nordafrika. „Vor vier Jahren kam der größte Bedrohung durch islamistische Terroristen aus Afghanistan und Pakistan. Wir haben große Anstrengungen unternommen um dieses Risiko zu reduzieren.“ Dies habe sich nun aber verändert.
„Hart, intelligent, geduldig“
Cameron kündigte an, dass er den Krieg gegen den Terror zu einem der Hauptthemen seines Vorsitzes der G8-Staaten machen werde. Im Rahmen der nationalen Sicherheitsstrategie werde England in Spezialeinheiten, Cyber-Sicherheit, Dronen und den Geheimdienst investieren. „Die Antwort der internationalen Gemeinschaft muss hart, intelligent und geduldig sein“, erklärte der britische Premierminister. Dies beinhalte aber auch politische Mittel, um die Instabilität in der Region zu bekämpfen.
Bei der mit dem Mali-Konflikt verknüpften Geiselnahme in Algerien kamen sechs britische Staatsbürger und ein in England lebender Kolumbianer ums Leben. Nach der Berichterstattung der Times scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis England eine entsprechende Antwort auf die Aktivitäten der Al-Kaida in Nordafrika finden wird. (tt.com)
aktualisiert: Di, 22.01.2013 13:44



