Großes Misstrauen und viele Fragen
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Etwa 200 Kitzbüheler waren zu der Gemeindeversammlung gekommen und Bürgermeister Klaus Winkler stand Rede und Antwort.Foto: Angerer
Foto: Harald Angerer
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Von Harald Angerer
Kitzbühel – Auch ein einstündiger Monolog am Beginn der Gemeindeversammlung half Bürgermeister Klaus Winkler nicht – den Kitzbühelern brannten viele Fragen unter den Nägeln. Diese stellten sie, gepaart mit einiger Kritik an der Stadtführung. Etwa 200 Bürger waren am Mittwochabend in den Kitzbüheler Sportpark gekommen.
Nach einer Information des Bürgermeisters über die Stadt und die Tätigkeiten der letzten Jahre ging es dann ans Eingemachte. Fast zweieinhalb Stunden musste sich vor allem Bürgermeister Winkler zum Teil harscher Kritik stellen. Und gleich zu Beginn wurde eine entscheidende Frage gestellt: „Wird es im nächsten Jahr wieder eine Gemeindeversammlung geben?“ Hier gab es vom Bürgermeister eine klare Zusage und viel Applaus der Zuhörer. Auch sei die Versammlung zu wenig bekannt gemacht worden. Hier wiedersprach Winkler, sie wurde laut Bürgermeister in der Gemeindezeitung und in Kitz-TV angekündigt.
Vor allem die Themen Krankenhausschließung, der Verkehr, die BH-Erweiterung und die Gemeindefinanzen standen im Mittelpunkt. So kritisierte der ehemalige Krankenhaus-Primar Siegfried Nagl die Vorgehensweise der Stadtführung in Sachen Krankenhausschließung. Hier hätte Winkler nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft und die Verantwortung für die Schließung auf das Land abgewälzt. Der ehemalige Tennis Präsident Peter Scheiring meldete sich bezüglich der Schließungskosten für das Krankenhaus zu Wort: „Es gibt verschiedene Zahlen, von acht bis 20 Millionen. Welche stimmen nun?“ Die Gesamtkosten betragen laut Winkler 17 Millionen, acht davon sind für das gekündigte Personal veranschlagt, deshalb gebe es verschiedene Zahlen. Scheiring hinterfragte auch die Gemeindefinanzen. Für die verschiedensten Projekte, wie etwa Musikschule Neu und BH-Gebäudezukauf, werden Millionen ausgegeben. Er fragte, wie diese Ausgaben finanziert werden, ohne den Schuldenstand der Stadt weiter zu erhöhen. „Wir haben auch in den letzten Jahren große Projekte finanziert und ich bin mir sicher, dass wir auch die anstehenden finanzieren können. Der Verkauf von Liegenschaften ist dabei nicht ausgeschlossen“, erklärte Finanzreferentin Barbara Planer. Diese Antwort stellte Scheiring wenig zufrieden: „Ich halte fest, nichts Genaues weiß man nicht.“
Auch zur Sprache kam die BH-Erweiterung im Marienheim und die dadurch notwendige Übersiedlung der dort angesiedelten Musikschule und des Kindergartens. Winkler stellte Pläne vor, die Musikschule zur Hauptschule zu übersiedeln. Dort wären ohnehin eine Modernisierung und ein Anbau notwendig. Hier soll schon in den nächsten Wochen ein Architektenwettbewerb starten. Viel zu spät, wie einige Kitzbüheler befürchten, denn schon in acht Monaten wird der Marienheim-Anbau abgerissen und die Musikschule muss aussiedeln.
Auch gibt es Überlegungen, die Kindergartengruppen vom Marienheim in den Kindergarten im Vogelfeld zu verlegen. Gleich mehrere besorgte Kitzbühelerinnen fragten, wie es dann mit dem dort befindlichen Trendsportplatz aussehe. Dieser sei für die Kinder und Jugendlichen ein wichtiger, zentrumsnaher Treffpunkt. „Hier kann ich noch nichts Genaues sagen, es laufen aber erste Gespräche“, sagt Winkler.
Fini Sulzenbacher brachte das Thema Verkehr zur Sprache. „Vor 14 Jahren hat man eine sehr gute Chance, die Stadt zu umfahren, zerstört. Es wurden Gründe, welche für eine Umfahrung vorgesehen waren, gewidmet“, ärgert sich Sulzenbacher. Schon vor 30 Jahren hätte es Gespräche gegeben, die Jochberger Straße zu entlasten. Als wahrscheinlichste Variante für eine Umfahrung sei aber laut Bürgermeister Winkler nicht mehr ein Horntunnel, sondern eine Hahnenkammlösung angedacht. Gleich mehrere Kitzbüheler kritisierten auch die politische Lage in der Stadt. „Es wird viel gelogen, Vertrauen ist leider nicht mehr möglich“, sagt Elisabeth Haderer.



