Ein Ziel, aber mehrere Ansichten
Von Harald Angerer
Kitzbühel – Seit Wochen wird die Erweiterung der Bezirkshauptmannschaft in Kitzbühel heiß diskutiert. Bei einem TT-Forum am Mittwochabend stand die Frage im Raum, ob der Schulpark einer Erweiterung weichen muss. Dazu stellten sich Bezirkshauptmann Michael Berger, Bürgermeister Klaus Winkler und „Unser Kitzbühel“-Sprecherin Susanne Wunderer unter der Leitung von TT-Chefredakteur Alois Vahrner der Diskussion.
Einleitend erklärte Winkler die Wichtigkeit des BH-Standortes im Stadtzentrum und Berger verwies darauf, dass die BH schon seit 13 Jahren unter Platzmangel leide. Für Wunderer war klar: Ein Verbau des Schulparks kommt nicht in Frage. So sahen es auch die meisten der etwa 170 Zuhörer und sie beteiligten sich intensiv an der Diskussion. Unter ihnen waren auch der Grünen-Klubobmann LA Georg Willi, „Liste Fritz“-Klub-obmann LA Bernhard Ernst und VP-LA Franz Berger. „Es geht hier um ein Stück Kitzbühel und die Bevölkerung will den Park erhalten“, erklärt Willi und erntete dafür viel Applaus.
Vor allem befürchten die Projektgegner mehr Verkehr durch eine BH-Erweiterung und sie kritisieren den Verlust der letzten zentrumsnahen Grünfläche. „Wurden denn jemals Alternativen geprüft?“, war eine vordringliche Frage. „Wir haben neun Alternativen geprüft, meist wurden diese von der Stadt abgelehnt. Es wurde uns gesagt, dass die BH im Zentrum bleiben soll“, sagte Berger. Für ihn sei die Erweiterung in den Schulpark kein Muss, er könne sich einen Neubau woanders gut vorstellen. Auch die Tiefgarage sei für ihn kein Fixpunkt.
Dass die einzelnen Standpunkte nicht so weit auseinanderliegen, die Kommunikation aber nicht optimal gelaufen ist, unterstrich die Tatsache, dass auch für Bürgermeister Winkler das Projekt im Schulpark kein zwingendes ist. „Für uns ist es nur wichtig, dass die BH im Zentrum bleibt. Sie ist ein wichtiger Frequenzbringer“, sagt Winkler. Worauf eine Zuhörerin fragte, welche Frequenz die BH bringen würde, wenn diese über eine Tiefgarage erreichbar wäre. „Die Leute steigen in der Garage aus, machen ihre Erledigung im Haus und fahren wieder raus. Die beleben maximal die Straßen“, so ihr kritischer Einwand.
Winkler machte auch einen Schritt auf die Gegner zu und schilderte die weitere Vorgangsweise. „Experten werden nun die Standorte objektiv bewerten und dann werden wir mit Bürgerbeteiligung eine Lösung suchen. Ich erwarte mir dann auch eure Mithilfe, wie man den Park verschönern kann“, forderte der Stadtchef. Für die Aufschiebung des Projektes sprach sich auch der ehemalige Bürgermeister Friedhelm Capellari aus: „Ich bitte euch, dieses Projekt gut zu überdenken und die Bevölkerung einzubinden.“
Es blieben aber auch Fragen unbeantwortet, etwa jene von Wunderer: „Sind auch die Möglichkeiten, in der bestehenden BH Platz zu sparen, geprüft worden?“ Oder auch, ob durch die fortschreitende Digitalisierung nicht weniger Platz vonnöten wäre. Die mögliche Abwanderung in einen anderen Ort war auch ein Thema. Hier könnte eine Pressekonferenz heute Freitag mit dem Titel „BH Kitzbühel“ für neuerliche Spannung sorgen. Diese gibt der Bürgermeister der Gemeinde Kirchberg mit dem Bezirkshauptmann und einem Grundstücksbesitzer.



