Kein Beschluss gegen Parkverbau
Von Katharina Zierl
Kitzbühel – Klaus Winkler fahre einen Zickzackkurs, sagt der eine, er habe die Gunst der Stunde genutzt, meint der andere. Der eine ist Gemeinderat Thomas Nothegger (JUK), der bei der Gemeinderatssitzung am Montag einen Antrag stellte, wonach die Entscheidung, den Schulpark nicht zu verbauen, schriftlich fixiert werden sollte. Der andere ist Vizebürgermeister Siegfried Luxner (SPÖ), für den „die Schulpark-Variante nach wie vor nicht ganz vom Tisch ist“.
Bürgermeister Winkler hatte in den vergangenen Wochen eine Kehrtwende eingeleitet und sich nach und nach dem Druck der Bevölkerung gebeugt. Zeigte er sich anfangs – gelinde gesagt – nicht abgeneigt, den Schulpark für die neue Bezirkshauptmannschaft zu verbauen, stellte er sich am Montag vor dem Rathaus offensiv auf die Seite der rund 80 Bürger, die sich versammelt hatten, um noch einmal gegen diesen Verbau und eine mögliche Tiefgarage zu demonstrieren. Er schüttelte fleißig Hände, zeigte sich gar kämpferisch in Richtung Land. „Es kann nicht sein, dass das jetzige BH-Gebäude ein Spekulationsobjekt wird. Die finanzielle Situation des Landes darf keinen Einfluss darauf haben, dass wir benachteiligt werden“, teilte der Bürgermeister lautstark mit. Ohne eine Erweiterung des jetzigen zentral gelegenen Gebäudes wäre dessen Verkauf durchaus möglich, wie Winkler bereits öfter betonte. „Wenn es sein muss, müssen wir alle gemeinsam vor dem Landhaus eine noch größere Aktion starten. Auf jeden Fall soll die Bezirkshauptmannschaft in Kitzbühel bleiben“, setzte Winkler seine lautstarke Rede fort – und nutzte so die Gunst der Stunde, wie es Vizebürgermeister Luxner nannte.
„Er hat erkannt, dass der Widerstand gegen den Parkverbau zu groß ist, und tut jetzt so, als ob er sich nie dafür ausgesprochen hätte“, erklärte der Vizebürgermeister. Der tosende Applaus und zahlreiche „Bravo!“-Rufe waren Winkler somit sicher. In Sachen Tiefgarage gab er sich indes bedeckt. Die gesamte Verkehrssituation müsse zunächst geprüft werden, erst dann könne man endgültige Entscheidungen treffen. Zu einem schriftlichen Zugeständnis bei der anschließenden Gemeinderatssitzung ließ er sich auch nicht hinreißen.
Nothegger hatte einen Antrag auf einen Grundsatzbeschluss eingebracht, der den Erhalt des Schulparks „in seiner jetzigen Form“ garantieren sollte. Als „verfrüht und entbehrlich“ bezeichnete der Bürgermeister einen derartigen Beschluss – der Antrag solle erst von diversen Ausschüssen behandelt werden, „um dann wieder dem Gemeinderat vorgelegt zu werden“, wiegelte Winkler ab.



