25.719 € für Lobbying
Innsbruck – Offiziell schien der ehemalige Innenminister, Europaabgeordnete und Lobbyist Ernst Strasser nicht als Teilhaber der Wiener Niederlassung der Innsbrucker Kommunikationsagentur Hofherr auf. Doch über einen Treuhänder, wie Firmeneigentümer Georg Hofherr gegenüber der TT bestätigt, mischte Strasser sehr wohl in der Kommunikationsagentur mit. Doch das sei auch schon wieder Vergangenheit, denn die Treuhandschaft sei aufgelöst worden. Strasser strauchelte bekanntlich vor zwei Wochen über ein fingiertes 100.000-Euro-Angebot von britischen Journalisten, danach musste er als Europaabgeordneter zurücktreten.
Vor allem mit Lobbying für die Tiwag und den Ausbau der Wasserkraft in Tirol durch die Tiwag hat sich Strasser in der Zusammenarbeit mit der Innsbrucker Agentur ab 2005 beschäftigt. Er hat in dieser Zeit zwei Honorarabrechnungen erstellt: eine für 2007 in Höhe von 17.059 Euro und eine für 2008/2009 über 8660 Euro. Strasser nützte für seine Tiwag-Beratertätigkeit sein politisches Netzwerk in Wien, wie der Ötztaler Publizist Markus Wilhelm am Freitag veröffentlicht hat. „Aus unserer Sicht war das eine ganz normale Arbeit für einen Kunden, bei der es um Politik ging, um Medien und um Umweltverbände. Das muss man als PR-Agentur genau so machen“, betont Eugen Stark von Hofherr.
Ausdrücklich verweist Firmeninhaber Georg Hofherr aber darauf, dass das Lobbying vor Strassers politischem Engagement im Europaparlament erfolgte. „Danach war Schluss.“ (pn, mz)



