15.04.2011
Kitzbühel

Forderung nach Bürgerrat stößt auf taube Ohren

Mehr Mitsprache für die Bevölkerung fordert die Initiative „Unser Kitzbühel“. Diese will Bürgermeister Winkler auch, aber anders.

Von Harald Angerer

Kitzbühel – Noch nicht entspannt zurücklehnen will man sich bei der Initiative „Unser Kitzbühel“. Gegründet wurde sie wegen des möglichen Erweiterungsbaus der BH in den Kitzbüheler Schulpark. Diese ist zwar vom Tisch, dennoch vermutet man noch die Errichtung einer Tiefgarage im Park. „Der Bürgermeister wurde uns gegenüber wortbrüchig. Zuerst versicherte er, dass eine Tiefgarage nur in Verbindung mit der BH-Erweiterung kommt, nun will er eine Tiefgarage alleine aber nicht mehr ausschließen“, ärgert sich Susanne Wunderer von „Unser Kitzbühel“ bei einer Pressekonferenz.

Sie fordern generell mehr Mitspracherecht für die Bevölkerung. „Wir wollen mitreden. Es kann nicht sein, dass einfach gegen den Willen der Bevölkerung Entscheidungen getroffen werden“, sagt Wunderer und fordert erneut einen Bürgerrat zum Schulpark. Ein solcher wurde laut Wunderer vom Bürgermeister schon einmal abgelehnt. „Es wäre aber ein wichtiges Signal, dass die Bevölkerung eingebunden wird. Denn die Meinung der Kitzbüheler ist sicher wichtiger als die so mancher Experten“, versichert die Sprecherin der Initiative. Ein solcher Bürgerrat wurde bereits vor Kurzem in St. Ulrich a. P. zum Thema Hallenbad ins Leben gerufen. Dabei werden vom Land Tirol 150 Personen nach dem Zufallsprinzip ausgesucht. Letztlich sollen dann etwa 15 Personen aus allen Altersgruppen und beiden Geschlechts daran teilnehmen und eineinhalb Tage Vorschläge ausarbeiten.

Ebenfalls will man weiter an der Forderung festhalten, dass der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zum Erhalt des Schulparks fasst. „Wir fordern auch den Erhalt des jetzigen Gebäudes als Standort der BH. Es kann nicht sein, dass das Land diese Immobilie auf Kosten der Kitzbüheler verspekuliert“, führt Wunderer weiter aus.

Wenig Verständnis für die Forderungen zeigt Bürgermeister Klaus Winkler: „Die Schulparkfrage ist unabhängig von der Bezirkshauptmannschaft zu sehen, bei der sich eine Lösung mit dem Land Tirol abzeichnet. Etwas nur erhalten zu wollen, ohne über Erneuerungen und Verbesserungen nachdenken zu dürfen, ist für mich auch keine Lösung. Vorschläge und Anregungen aus der Bevölkerung werden natürlich gerne aufgenommen. Derzeit wird aber keine sachliche Diskussion geführt, sondern nur Aktionismus betrieben. Sich gegen alles zu stellen, ist für mich kein konstruktiver Lösungsansatz“, kritisiert Winkler.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 15.04.2011
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