Wanderweg wird jetzt verbreitert
Von Sabine Kuess
Schwaz – Der Schiller-Mensi-Weg scheidet bekanntlich die Geister. Die Holzbauern verlangen eine Erweiterung, damit sie das Holz besser abtransportieren können – eine Waldbesitzerin stimmt dem aber nicht zu. Doch heute kommt Bewegung in die Diskussion. Der Schwazer Gemeinderat soll nämlich die Sanierung des Weges beschließen. „Es ist notwendig, damit man in der Lage ist, das Holz wegzubringen“, betont Franz Egger, Obmann des Ausschusses für Land- und Forstwirtschaft.
Hermann Weratschnig von der grünen Liste IgLS hält dem entgegen: „Es sind im ganzen Land Bäume umgefallen. Die Gunst der Stunde wird jetzt hier genutzt“, sagt er im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Vor allem bedaure er, dass keine Alternativen geprüft wurden. „Gerade in einer Zeit, wo so viele technische Hilfsmittel möglich sind. Es gibt auch kleinspurige Fahrzeuge, die so einen Baum rausziehen können“, kritisiert Weratschnig. Für Franz Egger ist aber klar: „Das ist eine lebensgefährliche Arbeit, wenn man die Bäume nicht richtig sichern kann. Das ist das Gleiche, als würde man zu einem Bauarbeiter sagen, er muss die Grube mit der Hand graben!“ Es könne sich auch jeder eine Sense kaufen und seinen Rasen mit der Hand mähen, doch eigentlich hat ein jeder einen Rasenmäher, ergänzt er.
Der Grund gehöre ohnehin den Waldbesitzern, der Schiller-Mensi-Weg befinde sich nicht auf öffentlichem Gut, fügt Egger noch an. „Nach dem Beschluss im Gemeinderat gibt es eine Sitzung für alle Waldbesitzer, die müssen sich ja auch beteiligen“, sagt er. Annelies Stöckl ist nach wie vor gegen die Verbreiterung (die Tiroler Tageszeitung berichtete). „Der Weg kommt jetzt zu 99,9 Prozent, da werde ich nichts dagegen machen können“, vermutet sie. Aber sie werde ihre Meinung nicht ändern, betont sie gegenüber der TT. Egger: „Dann werden wir ihren Teil auslassen und von beiden Seiten anfahren. Es gebe auch noch rechtliche Möglichkeiten, aber das wollen wir eigentlich nicht.“
Entlang des Schiller-Mensi-Weges handelt es sich um einen Objektschutzwald. Egger gibt zu bedenken, dass wenn der Abtransport der Bäume mittels eines so genannten Bodenzuges passiere, der Weg auch kaputt wäre. „So ein Baum wiegt fünf bis sechs Tonnen“, sagt er. Schlussendlich appelliert der ÖVP-Gemeinderat: „Es muss einfach beides Platz haben, der Spaziergänger soll natürlich auch wieder gehen können.“



