Grüne orten Oberland am Abstellgleis
Imst – Die jüngsten Entwicklungen rund um den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke im Oberland sind ziemlich trist: Auch laut der Abteilung Verkehrsplanung des Landes Tirol sei der Ausbau „mittelfristig nicht absehbar“, die Tiroler Tageszeitung berichtete. Das wollen die Grünen-Gemeindemandatare Thomas Linser (Imst) und Ahmet Demir (Landeck) aber nicht so einfach schlucken. Volle Unterstützung bekommen sie von ihrem Klubobmann Georg Willi.
Laut ihrer gemeinsamen Presseaussendung sehen sie „Tirol und Vorarlberg von Salzburg westwärts auf dem Abstellgleis“ und fordern Investitionen in den Ausbau der Arlbergstrecke. Im Gegensatz zum Osten, wo Unsummen in Koralmbahn und Semmering-Basistunnel investiert würden, „fahren die Züge im Oberland und über den Arlberg nach Bregenz über weite Strecken auf einer eingleisigen und kurvigen Trasse, die aus der Zeit von Kaiser Franz Josef stammt“, bemängeln die drei. Außerdem fahre sogar der Railjet zwischen Ötztal und Bludenz auf einem großen Teil der Strecke nur mit 70 oder 80 km/h, und auf 60 km Länge gar nur eingleisig. Das begrenze nicht nur die Leistungsfähigkeit der Bahn, sondern mache sie auch unzuverlässig.
Ihre klaren Forderungen: der zweigleisige Ausbau zwischen Ötztal und Bludenz, bis 2025 zumindest auf ein paar wichtigen Teilabschnitten. Außerdem sollen Trassenverbesserungen kurzfristig dort, wo der Ausbau keine besonders aufwändige Streckenverlegung erfordert, durchgeführt werden. Linser, Demir und Willi fordern zudem einen durchgängigen Stundentakt zwischen Vorarlberg und Salzburg, kurzfristig zumindest zu den wichtigsten Tageszeiten. Eine moderne, zukunftsfähige Bahn, „die als Alternative dienen soll, darf nicht in Salzburg enden“, machen die drei Grünen deutlich. (TT, jenny)



