Land hofft auf Energiewende bis 2050
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Energieverbrauch in Tirol
Innsbruck – Für LHStv. Toni Steixner (VP) ist es noch ein weiter Weg, bis Tirol seinen Energiebedarf aus heimischer erneuerbarer Energie decken kann. „Doch im Jahr 2050 sollten wir das Ziel erreicht haben.“ Im Verhältnis zum Endverbrauch werden noch nahezu zwei Drittel des jährlichen Energiebedarfs in Tirol aus fossilen Energieträgern (Öl, Kohle oder Gas) erzeugt. „Doch zuletzt ist der Anteil der erneuerbaren Energie kontinuierlich angestiegen – von 32,1 % 2005 auf 38,7 % 2010“, erklärte Steixner bei der gestrigen Präsentation des Energiemonitoring-Berichts 2011. Aus der Sicht der Landesregierung heißt Energiewende, dass es künftig mehr als 60 Prozent seines Energiehaushalts aus erneuerbarer Energie wie Photovoltaik, Biomasse oder Strom schöpft.
Unabhängig von der erfreulichen Entwicklung erklärten sowohl Steixner als auch LH Günther Platter (VP), dass Tirol nach wie vor zu zwei Dritteln vom Import fossiler Rohstoffe abhängig sei. Der Wertschöpfungsverlust wird mit rund zwei Milliarden Euro beziffert. Auch Strom (23 %) müsse importiert werden. „Aber einen Austausch wird es immer geben, weil wir vor allem im Winter Strom benötigen, in den Sommermonaten jedoch Energie exportieren können“, ergänzt Steixner.
Die Ziele des Landes sind ambitioniert, denn der Energieverbrauch hat sich in den vergangenen 50 Jahren verfünffacht und der Stromverbrauch erhöhte sich um 42 %, obwohl sich zuletzt das Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch entkoppelt hat. Steixner: „Trotz starken Wirtschaftswachstums 2010 und 2011 ist der Energieverbrauch nicht angestiegen.“ Um die Energiewende zu schaffen, müsse insgesamt der Ge-samtenergieverbrauch mittelfristig stabilisiert und längerfristig deutlich abgesenkt werden.
Die größten Energiefresser sind Gebäude und der Verkehr, 90 % entfallen darauf. Beim Energiesparen legt das Land deshalb sein Hauptaugenmerk auf Wärmedämmung. Wohnbaureferent LHStv. Hannes Gschwentner (SP) verweist auch hier auf eine erfolgreiche Politik und die Sanierungsoffensive. „Im Zeitraum 1995 bis 2009 ist die Zahl der Haushalte um 23 %, der Raumwärmebedarf aber nur um neun Prozent gestiegen.“
Mit einem Zehn-Punkte-Programm will Tirol die Energiewende weiter beschleunigen. Dazu zählen u. a. die Anhebung der jährlichen Sanierungsrate von Gebäuden von zwei auf drei Prozent, Energieeffizienz und Innovation im Tourismus, Abwärmenutzung aus Industrie und Gewerbe sowie das Ausbau- und Optimierungsprogramm Wasserkraft. (np)



