Dinkhauser will keine Hofübergabe vor der Wahl
Von Anita Heubacher
Innsbruck – Auch bei den nächsten Landtagswahlen dürfte die Liste Fritz noch kein weiteres Namensproblem haben. Fritz Dinkhauser denkt nicht an eine Hofübergabe vor der Wahl. „Meine Mission ist noch nicht beendet. Ich werde Spitzenkandidat sein“, erklärte er am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Das Bürgerforum, dieser Namensstreit mit Fritz Gurgiser wurde, wie berichtet, beigelegt, traf sich gestern zur erweiterten Klubklausur im Grillhof bei Innsbruck.
Einen „sozialen Schutzschirm“ will der Chef der stärksten Oppositionspartei über alle Tiroler spannen. Wohnen müsse um 30 Prozent günstiger werden. Der Gas- und Strompreis möge sich um mehr als einen Cent verbilligen. „Wenn die Tiwag 230 Millionen Euro in die marode Hypo stecken kann, sind auch genug Rücklagen vorhanden, um die Preise zu senken“, erklärte Dinkhauser. Trotz dieser Zuckerln sei es zu schaffen, keine weiteren Schulden zu machen, ist Dinkhauser überzeugt.
Die Landesschulden hat Klubobmann Bernhard Ernst analysiert. Bisher sei die gläserne Decke beim Schuldenmachen bei 200 Millionen Euro gelegen. „In der Ära von LH Platter wird dieser Deckel auf 526 Millionen Euro angehoben“, kritisierte Ernst.
Der Klubobmann wird seit Langem als potenzieller Nachfolger Dinkhausers gehandelt. Beim Bürgerforumtag, also dem Parteitag der Liste Fritz, musste Ernst für den erkrankten Fritz Dinkhauser einspringen. „Meine Kondition ist ausgezeichnet“, untermauerte Dinkhauser am Freitag erneut.
Das Bürgerforum hat ein politisches Manifest aufgesetzt, das alle Politiker auch von anderen Parteien unterschreiben sollen. Es brauche eine Transparenz-Datenbank für alle Förderungen an Unternehmen, Gemeinden und Vereine, ist da zu lesen. Die Landesregierung will auf die Transparenz-Datenbank des Bundes warten und strebt keine Tiroler Lösung an. Eine Liste, in welchen Medien das Land Inserate schaltet, ist ebenso Teil des Manifestes wie die Begrenzung von Manager-Gehältern in landeseigenen Unternehmen. Richtwert solle das Bruttojahresgehalt des Landeshauptmannes mit 220.000 Euro sein, erklärte Ernst. Diese Grenze solle nur in äußersten Notfällen überschritten werden. Was für Ernst gar nicht geht: „Dass die beiden Tiwag-Manager Bruno Wallnöfer und Alfred Fraidl zusammen 618.000 Euro Jahresbrutto haben.“ Die Zahl hat Ernst dem Tiwag-Geschäftsbericht aus dem Jahr 2010 entnommen.



