Konsenslösung über neue grüne Klubführung gefordert
Von Peter Nindler
Innsbruck – Hart, aber fair. So beschreiben gestern der grüne LA Gebi Mair und Landessprecherin Ingrid Felipe die Aussprache im Landesvorstand über die Kritik Mairs am Führungsstil der Bundes-chefin Eva Glawischnig. Mair hatte einen Führungswechsel an der Klubspitze im Parlament nach der nächsten Nationalratswahl gefordert und dafür Landtagsklubobmann Georg Willi ins Spiel gebracht. Willi wird grüner Tiroler Spitzenkandidat für den nationalen Urnengang 2013 und nach der Innsbruck-Wahl im April wird er den Klubvorsitz im Landtag zurücklegen.
Die Botschaft an Mair im Parteivorstand war klar: „Er kann seine Kritik nicht verallgemeinern und nicht für alle Grünen sprechen und überhaupt sollte zuerst intern geredet werden“, betont Felipe. Über die inhaltlichen Kritikpunkte Mairs soll es in den nächsten Tagen ein Gespräch mit Glawischnig geben. Gebi Mair sprach von „intensiver Kritik an meiner Vorgangsweise, aber es war eine spannende Diskussion im Vorstand. Ich werde jetzt mit Glawischnig über inhaltliche Positionierungen diskutieren.“ Mair vermisst klare Profile in der Führung der Bundesgrünen und fordert frischen Wind.
Ingrid Felipe sieht zwar auch einige inhaltliche Diskussionspunkte, „aber wir sind eine Zehn-Prozent-Partei. Dass unsere Exponenten nicht ständig präsent sind, ist da verständlich.“ Über die von den Bundesgrünen geforderte Abschaffung der Pendlerpauschale müsse man jedoch reden. „Das unterstützen wir nicht“, betont Felipe. Doch nicht nur in die Vergangenheit haben die Grünen geblickt, sondern auch in die Zukunft. Denn eine Zerreißprobe im Klub soll in der Ära nach Georg Willi vermieden werden. Mair will Klubchef werden, für Willi ist die Frage, wer ihm nachfolgt, aber noch offen. „Dabei geht es um Teamarbeit und um grüne Grundwerte wie Basisdemokratie und Solidarität.“
Neben Mair bewirbt sich auch LA Christine Baur um den Klubvorsitz. „Wir wissen beide, dass wir dafür Qualitäten haben“, betont der grüne Jungpolitiker Mair. Der Parteivorstand hat deshalb am Montag rasch eine Konsenslösung zwischen den beiden gefordert. „Es darf kein Hickhack geben“, fügt Felipe hinzu. Möglicherweise wird diese Frage bereits in den kommenden Tagen entschieden. Keinesfalls, so Mair, fühle er sich wegen der Debatten in den vergangenen Tagen geschwächt.
Am 16. Juni steht bei der grünen Landesversammlung schließlich die Wahl des Spitzenkandidaten für die Landtagswahl auf der Tagesordnung. Landessprecherin Ingrid Felipe wird für diese Funktion kandidieren. „Ja, ich möchte die Grünen in die Landtagswahl führen“, lässt Felipe keine Zweifel offen.



