Land ist an 36 Unternehmen beteiligt
Innsbruck – Die Landesregierung wird heute den Beteiligungsbericht 2011 absegnen. Insgesamt ist das Land an 36 Unternehmen beteiligt. Den Anteil an der Brenner Basistunnel BBT SE hat das Land wie im Landtag beschlossen an die ÖBB-Infrastruktur AG abgetreten.
Der Beteiligungsbericht listet die wichtigsten Unternehmensdaten und die Kapitalbeteiligung des Landes auf. Für Diskussionen hatte allerdings die Besetzung der Aufsichtsräte in den landeseigenen Unternehmen gesorgt. Die Frauenquote habe sich im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 etwas gebessert, betont man im Büro von Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (VP). So sitzt mit WK-Direktorin Evelyn Geiger-Anker beim landeseigenen Energieversorger Tiwag eine Frau im neunköpfigen Aufsichtsrat.
Die Frauenquote erhöht hat sich auch im Aufsichtsrat des Tiroler Landestheaters. Dort sitzen drei Frauen drei Männern gegenüber.
Für die Opposition ist das immer noch viel zu wenig. Die Liste Fritz fordert einen Frauenanteil von 40 Prozent. Dies sei nicht schaffbar, weil es schlichtweg zu wenige Frauen gebe, die ein Aufsichtsratsmandat auch annehmen, meint Zoller-Frisch- auf. Insgesamt seien 14 Frauen in den Reihen der Aufsichtsräte zu finden, erklärt SP-Landtagsvizepräsidentin Gabi Schiessling, acht davon habe die SPÖ nominiert. Nachholbedarf erkennt Schiessling vor allem beim Regierungspartner ÖVP. Diese nominiere mehr Aufsichtsräte und könnte laut SPÖ mehr Frauen in Stellung bringen. Von einer Frauenquote hält die ÖVP allerdings nichts.
Neben dem Frauenanteil bei den Aufsichtsräten ist auch ein Dauerbrenner, dass es in manchen landeseigenen Unternehmen keine Betriebsräte gibt. Besonders bei den großen Unternehmen, wie beispielsweise bei der Haller Privatuniversität UMIT, stößt das dem Bürgerforum sauer auf. Das wiederum ärgert den ÖGB. Diese Diskussion sei keineswegs ein Arbeitsfeld der Liste Fritz, meint ÖGB-Vorsitzender Otto Leist (SP). Vielmehr sei dies Sache der Belegschaft, der Unternehmen und der Gewerkschaften. „Als AK-Präsident hat Dinkhauser sich nicht darum gekümmert. Jetzt darauf herumzuhacken, ist reiner Populismus.“ Drei Viertel der Tiroler Unternehmen hätten einen Betriebsrat, sagt Leist. „Dass es in landeseigenen Unternehmen Gegenwind für eine Betriebsratsgründung gibt, kann es nicht sein.“ (aheu)



